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Schach
Kopfsache: SG Solingen kann Serie des Rekordmeisters stoppen

Schach: Kopfsache: SG Solingen kann Serie des Rekordmeisters stoppen
Die Fahnen von Bayern München und der Schach-Bundesliga lassen keinen Zweifel zu: "Weltklasse". FOTO: Imago
Solingen. Der aktuelle Tabellenführer der Schach-Bundesliga trifft am Sonntag in München auf die OSG Baden-Baden. Von Thomas Rademacher

Aus gesundheitlichen Gründen konnte Herbert Scheidt bei den vergangenen beiden Spieltagen in der Schach-Bundesliga nicht dabei sein. Doch die Partie in München gegen die OSG Baden-Baden lässt sich der Teamchef der SG Solingen nicht entgehen. So nah wie in dieser Saison waren die Klingenstädter schon lange nicht mehr am Gewinn der Deutschen Meisterschaft dran. Um sich den Titel aber wirklich zu sichern, muss die Mannschaft am Sonntag gegen den Meister der vergangenen zehn Jahre voll auf der Höhe sein - Kopfsache.

Sowohl Solingen als auch Baden-Baden haben in dieser Saison bisher alle Begegnungen gewonnen. Deshalb dürfte der Aufgalopp zum Topspiel, die morgige Partie gegen Bayern München, auch nur Formsache sein. "Das will ich doch schwer hoffen", sagt der Teamchef, dessen Augenmerk auf dem Spitzenspiel liegt. "Es geht um alles. Wenn wir sie kriegen wollen, klappt es nur über den Kampf." Die Solinger treten zwar mit einer herausragenden Aufstellung an, doch im Vergleich der ELO-Zahlen, die die Stärke eines Schachspielers beschreibt, führt der Deutsche Meister dennoch.

FOTO: imago sportfotodienst

Beide Vereine werden wohl auf ihre allerbesten Akteure verzichten müssen. Anish Giri, die Nummer drei der Weltrangliste in Solinger Diensten, bereitet sich auf das Kandidatenturnier vor. Bei diesem wird unter den besten acht Spielern der Welt ermittelt, wer Weltmeister Magnus Carlsen herausfordern darf. "Dabei geht es um sehr, sehr viel Geld, so dass man das niemandem übel nehmen kann, wenn er dann nicht in der Bundesliga spielt", weiß Scheidt. Zum Glück der Solinger sind gleich drei OSG-Akteure bei dem Kandidatenturnier dabei - unter anderem Viswanathan Anand und Levon Aronian. "Wir haben die Hoffnung, dass auch sie sich auf das Turnier vorbereiten und deshalb gegen uns nicht dabei sind", erklärt Scheidt.

Der Teamchef ist zuversichtlich, dass seine Mannschaft hungriger auf den Sieg ist als der erfolgsverwöhnte Gegner. Bereits am vergangenen Spieltag tat sich die OSG bei zwei knappen 4,5:3,5-Siegen schwer. "Bei uns wollen alle unbedingt die Enthronung. Ich glaube, dass wir besser kämpfen", sagt Scheidt. Die SG will unbedingt den Sieg und nicht nur unentschieden spielen. "Deshalb werden wir uns genau überlegen, ob wir Remis-Angebote annehmen." Ein 4:4 würde vermutlich eher dem amtierenden Meister helfen. Denn bei Punktgleichheit am Ende der Saison würde es zu einem Entscheidungswettkampf kommen. "Bei dem hätte Baden-Baden vermutlich dann auch seine allerbesten Leute dabei. Dazu sollten wir es besser nicht kommen lassen", betont der SG-Teamchef.

Verloren hat die OSG seit Jahren nicht mehr. In der vergangenen Saison trotzte Werder Bremen der Über-Mannschaft zumindest mal einen Punkt ab. "Wir können es schaffen", ist sich Scheidt sicher. "Aber es muss natürlich wirklich alles passen."

Quelle: RP
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