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Baseball
Lang ist schon Teil der Alligators-Familie

Solingen. Der US-Amerikaner kam Mitte der Saison zu den Solinger Baseballern. Eine Entscheidung, die beiden geholfen hat. Von Thomas Rademacher

Sein bislang größter Schlag im Trikot der Solingen Alligators gelang Nolan Lang am 19. Juni gegen die Hannover Regents. Der US-Amerikaner mit deutschem Pass schlug den Ball bei geladenen Bases über den Zaun im Außenfeld - der sogenannte Grand-Slam-Homerun brachte dem hiesigen Baseball-Bundesligisten vier Punkte. Lang ist sportlich längst angekommen auf höchstem deutschen Niveau. Sein Schlagdurchschnitt liegt bei 33 Prozent, und defensiv ist er an der dritten Base nicht mehr wegzudenken.

Dabei ist es fast Zufall, dass Lang für die Alligators spielt. "Ich wollte in meinen Semesterferien unbedingt in Deutschland spielen und stand deshalb in Kontakt zu Dirk Fries (Sportdirektor des Deutschen Baseball Verbandes, Anm. d. Red.)", erläutert der 20-Jährige. "Mit acht Bundesliga-Trainern habe ich daraufhin gesprochen und hatte schließlich die Wahl zwischen Bonn, Mainz und Solingen." Seine Wahl fiel bekanntlich auf die Klingenstädter. "Ich hatte hier einfach das beste Gefühl und bin nah an meiner in Deutschland lebenden Familie, die in Dinslaken wohnt."

Für die Alligators erwies sich der Zugang als Glücksgriff. Zur gleichen Zeit mit dem Australier Wayne Ough stieß Lang während einer sportlichen Krise zu den Baseballern. Inzwischen hat sich die Lage stabilisiert, und der Klub ist als Zweiter der Bundesliga-Nord in die Play-offs eingezogen. Am Samstag und Sonntag empfängt der Verein die Heidenheim Heideköpfe zu den ersten beiden Viertelfinal-Spielen am Weyersberg. "Über den Gegner kann ich gar nichts sagen, aber ich denke, dass wir mit die besten Werfer der Liga haben und auch offensiv gut aufgestellt sind", meint der aus Florida stammende Baseballer. "Ich kann mir schon vorstellen, dass wir weit kommen."

Lang wird vorerst dabei bleiben, denn seine Semesterferien dauern noch einen Monat. Während dieser Zeit werden die Viertel- und Halbfinalspiele ausgetragen. Im Finale stünde der junge Spieler der Mannschaft dann nicht mehr zur Verfügung. "Es war klar, dass ich nur vier Monate bleiben kann", betont Lang, der sein Politikwissenschaft-Studium an der Northeastern University in Boston zu Ende bringen möchte.

Aber warum kam der Deutsch-Amerikaner überhaupt nach Deutschland, um Baseball zu spielen, anstatt weiter in den USA vor den Ball zu schlagen? "Mein Ziel ist es, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen", begründet Lang. Zum Stützpunkttraining wurde er bereits eingeladen. Zu einer Kader-Nominierung hat es noch nicht gereicht. "Aber vielleicht klappt es nächstes Jahr mit dem U 23-Team. Auf jeden Fall möchte ich das schaffen." Auf einem guten Weg befindet er sich. Auf Bundesliga-Level spielt der Baseballer mehr als nur ordentlich mit. "Durch meine Erfahrung auf dem College bin ich gut für die deutsche Liga vorbereitet", erläutert der 20-Jährige. "Das Level, auf dem ich in den USA spiele, liegt nur etwas hinter den Spitzenteams hier. Man sieht aber einen klaren Unterschied, wenn man auf die schwächeren Bundesliga-Mannschaften schaut. Da spielen wir auf dem College dann doch besser."

Geschockt über die Qualität im deutschen Baseball war Lang also nie. "Ich war sogar überrascht, wie viele talentierte Spieler es hier gibt", sagt Lang. Auch deshalb werden die vier Monate in Deutschland keine Zeitverschwendung für ihn gewesen sein. "Gerade von den Älteren in meiner Mannschaft lerne ich sehr viel. Das ist schon eine gute Erfahrung." Dazu kommt die inzwischen weitreichend bekannte Gastfreundschaft der Alligators. "Wir sind schnell richtig gute Freunde geworden und machen auch neben dem Sport viel zusammen. Ich fühle mich schon jetzt als Teil einer Familie."

Quelle: RP
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