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Mager beendet ihre internationale Karriere

Lokalsport: Mager beendet ihre internationale Karriere
Jessica Mager hat ihre internationale Karriere beendet. FOTO: DSB (Archiv)
Solingen. Jessica Mager hat im Schießsport alles erlebt. Jetzt hat die 27-jährige Solingerin entschieden, sich vom Leistungssport zurückzuziehen. Von Thomas Rademacher

Jessica Mager klingt nicht verbittert, wenn sie über die Ereignisse seit September 2015 spricht. "Meine Leistungen waren leider nicht mehr gut genug", sagt die Luftgewehr-Schützin. "Deshalb bin ich aus dem Nationalkader gegangen worden." Damit stand von einem Moment auf den anderen fest, dass der Traum von der Olympia-Teilnahme 2016 in Rio de Janeiro in Brasilien geplatzt ist. "Ich war mir nicht schlüssig, wie es weitergehen sollte. Deshalb bin ich erstmal untergetaucht und habe nur noch in der Bundesliga geschossen."

Dabei soll es bleiben, denn nach etwas Bedenkzeit steht nun fest: Die 27-Jährige beendet ihre internationale Karriere. "Ich hätte mich noch mal rankämpfen können, um mich im Sommer wieder für den Nationalkader mit Hinblick auf Tokyo 2020 zu qualifizieren. Aber gerade fehlt mir die Ambition", erläutert Mager. "Natürlich läuft noch viel Wasser den Rhein herunter, aber vorerst war es das für mich."

Die Gründe für ihre Entscheidung sind vielfältig. "Ich war zehn Jahre dabei, habe mit WM, EM, Weltcups, Deutschen Meisterschaften und den Olympischen Spielen alles erlebt. Ich hatte das Gefühl, ich brauche mal eine Pause." In der vergangenen Saison lief es nicht sonderlich gut für die Solingerin. Sie wurde an einem Sahnetag NRW-Landesmeisterin, doch abgesehen davon blieb sie hinter ihren Möglichkeiten zurück.

"Ich habe mir in den letzten zwei Jahren wohl zu viel Druck gemacht. Als ich von den Spielen aus London zurückkam, wollte ich das unbedingt wieder schaffen. Der Weg war lang, und ich glaube, der mir selbst auferlegte Druck war zu groß", sagt Mager. Im Training schoss sie weiterhin hervorragend, im Wettkampf jedoch wurde sie schnell nervös und konnte ihre Leistungen nicht mehr bestätigen. "Es war ein mentales Problem - und immer habe ich mir gedacht, dass es beim nächsten Mal schon klappen würde. Aber irgendwann gibt es eben kein nächstes Mal mehr."

Mit sich und ihrer Entscheidung ist Jessica Mager derzeit im Reinen: "Ich mache schließlich in der Bundesliga weiter, und mein Freund Sören Meissner ist ja auch Sportschütze. Ich werde den Kontakt zu den Leute also nicht verlieren." Die Sportlerin freut sich darauf, auch einfach nur mal zuzuschauen. "Ich bin gespannt, wie sich das anfühlt. Wenn es dann wieder kribbeln sollte, kann ich immer noch wieder anfangen." Jetzt genießt Mager aber erstmal ihren etwas stressfreieren Alltag und geht in ihrer Arbeit als Erzieherin auf. "Ich habe nun viel mehr Zeit für andere Dinge in meinem Leben."

Ihre Laufbahn als Sportschützin möchte die Solingerin aber nicht missen. "Die Olympia-Teilnahme in London 2012 war das tollste, was ich erreicht habe - einfach, weil es das größte Ereignis ist, dass es überhaupt gibt." Alleine dieses Erlebnis sei den ganzen Aufwand wert gewesen. "Auch wenn ich mir mehr als den 20. Platz damals erhofft hatte." Davon abgesehen blickt Mager gerne auch auf die Weltmeisterschaft 2010 zurück. Als jüngste deutsche Teilnehmerin war sie auf dem fünften Gesamtplatz auch die beste. Zugleich holte sie mit der Mannschaft den WM-Titel.

Quelle: RP
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