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Fechten
"Mit dem richtigen Gegner ist alles drin"

Fechten: "Mit dem richtigen Gegner ist alles drin"
Trainer Dirk Schiffler betreut ein Quartett des WMTV im serbischen Novi Sad. FOTO: Mak (Archiv)
Solingen. Der Projektleiter Spitzensport und Fecht-Trainer über die Chancen des WMTV-Quartetts bei der EM in Serbien.

Der Wald-Merscheider TV stellt bei der Kadetten- und Junioren-Europameisterschaft gleich vier Starter. Wie fühlt sich das an?

Schiffler Überragend. Das muss man sagen. Es sind nicht so viele Vereine, die mit so vielen Nominierungen dabei sind. Wir hatten in den vergangenen Jahren immer eine Teilnahme, da wären wir in diesem Jahr auch mit zufrieden gewesen, aber dass es jetzt vier sind, so viele wie noch nie in unserer Historie, ist ein überragendes Ergebnis.

Was macht Sie so erfolgreich?

Schiffler Es ist auf jeden Fall die Zusammenarbeit zwischen WMTV und der Sportschule. Auch das ganze Drumherum mit den Trainern passt. Über die Sportschule haben wir die Talente bekommen, aber dann muss auch das Umfeld passen. Das ist jetzt der Fall.

Die Abspaltung der Herrendegen-Fechter zum Solinger TB hatte also keine negativen Auswirkungen?

Schiffler Wenn man die überragenden Ergebnisse sieht: nein.

Die EM findet im serbischen Novi Sad statt. Wann geht es für Ihre vier Talente los?

Schiffler Die Kadetten Brenda Kolbinger, Lisa Marie Löhr und Pascal Becher fliegen alle Montag zusammen, weil die Herrensäbel- und Damendegen-Kadetten-Wettbewerbe dort am gleichen Tag stattfinden. Kim Treudt-Gösser, die bei den Junioren startet, kommt am Samstag nach Belgrad nachgeflogen.

Wie ist das so, wenn man mit einem Degen durch die Kontrolle am Flughafen marschiert?

Schiffler (lacht) Wir nehmen die Degen natürlich nicht mit in die Kabine. Nein, das haben wir ja praktisch jedes Wochenende, dass wir zu Turnieren in Europa fliegen. Fechttaschen gehen in der Regel ohne Probleme am Flughafen durch.

Wie sind die Chancen Ihrer Starter?

Schiffler Im Damendegen ein bisschen besser, weil sie da dank der internationalen Ergebnissen ein bisschen besser aufgestellt sind. Die Mannschaften haben gute Chancen auf Medaillen.

In den Einzeln nicht?

Schiffler Brenda Kolbinger hat mit ihrem dritten Platz beim europäischen Cadet Circuit ja gezeigt, dass sie Medaillen gewinnen kann. Man muss aber abwarten, Achtel- oder Viertelfinale wären ganz gut, dann kommt es auf die Tagesform und den Gegner an. Lisa Marie Löhr ist ein Jahr jünger und das erste Mal dabei - da sollte man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Ähnliches gilt für Pascal Becher im Herrensäbel: Für diese beiden wären Achtelfinale oder eine Runde davor auch schon ein beachtliches Ergebnis. Pascal ist jetzt im zweiten Jahr Kadett, er hat also noch ein Jahr Zeit. Und Kim Treudt-Gösser ist das erste Mal bei den Junioren mit dabei. Bei den Kadetten hat sie schon gezeigt, was sie kann, da hat sie bei WM und EM jeweils knapp eine Medaille verpasst. Jetzt gilt für sie wie für Brenda: Achtel- oder Viertelfinale, und wenn dann der richtige Gegner kommt, ist alles möglich. Wenn es um Medaillen geht, sollten wir eher auf die Mannschaften Junioren und Kadetten und da insbesondere auf die Damendegen-Teams schauen - die haben zuletzt ja auch Bronze und Gold bei WM und EM geholt.

Bei vier EM-Startern, die auch alle in den Mannschaften mitfechten - wie ist das Ansehen des WMTV national?

Schiffler Sehr gut. Im Damendegen sind wir mit Heidenheim, das Bundesstützpunkt ist, die Nummer eins in Deutschland. In allen Altersklassen sind wir oben mit dabei. Das kriegt man auch international mit, dass der WMTV da mitreden kann. Herrensäbel spielt insbesondere im Nachwuchsbereich national eine wichtige Rolle. Hier kann der WMTV auf einer Augenhöhe mit den stärksten deutschen Vereinen wie zum Beispiel Bayer Dormagen auftreten.

GEORG AMEND FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: RP
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