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Ohne Heimvorteil ins Halbfinale

Lokalsport: Ohne Heimvorteil ins Halbfinale
Konferenz auf dem Mount: (v. l.) Wayne Ough, Trainer Ron Frazier und Julian Steinberg. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Am Sonntag wollen die Baseballer der Solingen Alligators bei den Heidenheim Heideköpfen zum zwölften Mal in Folge ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft einziehen. Dafür sind zwei weitere Siege nötig. Von Thomas Rademacher

1:1 steht es in der Play-off-Viertelfinalserie zwischen den Solingen Alligators und den Heidenheim Heideköpfen. In Solingen dominierten die Werfer beider Mannschaften, während die Schlagleute fast durch die Bank blass aussahen. Mit Ausnahme eines Homeruns von Heidenheims Terrell Joyce gab es am Weyersberg nicht viel zu sehen. Um zum zwölften Mal in Folge ins Halbfinale einzuziehen, müssen sich die hiesigen Baseballer offensiv steigern und ihre defensive Leistung festigten. Werfer André Hughes ist optimistisch, obwohl in einem möglichen fünften Duell vieles gegen seine Mannschaft sprechen würde.

Drei Siege sind zum Weiterkommen nötig, so dass es zu einem fünften Duell nur kommen würde, wenn sich Solingen und Heidenheim am Samstag und Sonntag die Siege teilen. Die entscheidende Partie um den Einzug ins Halbfinale würde dann direkt im Anschluss ans vierte Spiel stattfinden - aus logistischen Gründen natürlich ebenfalls in Heidenheim. Fair ist das nicht, schließlich waren die Alligators als Zweiter der Bundesliga-Nord das besser platzierte Team in der regulären Saison. Trotzdem finden drei der fünf Spiele in Heidenheim statt. "Der Heimvorteil ist damit zunichte gemacht", ärgert sich Hughes. "Wir werden zwar offiziell im fünften Spiel als Heimteam geführt, müssen aber auf deren Platz ran. Das ist natürlich ein Nachteil."

Ändern können die Solinger an dieser Absurdität nichts mehr, aber ein mögliches Entscheidungsspiel sorgt nicht nur deshalb kaum für Euphorie. Auf dem Wurfhügel sind die Alligators in dieser Saison dünn besetzt. Hughes wird das dritte, Wayne Ough das vierte Spiel werfen. Im fünften stehen eventuell noch Nils Hartkopf und Juan Pichardo zur Verfügung. Beide müssen aber wohl die beiden Startwerfer in den Partien zuvor bereits spät im Match ablösen. Und daran gewohnt, Duelle auf dem Hügel zu starten und sechs oder mehr Durchgänge auf dem Mound zu stehen, sind sie nicht. "Wir müssen uns dann mit der Situation beschäftigen, wenn sie eingetreten ist", meint Hughes. "Vorher setzen wir alles daran, die Spiele drei und vier zu gewinnen." Hughes ist überzeugt, dass seine Truppe dazu in der Lage ist. "Wir haben im ersten Spiel nicht gut ausgesehen gegen Johannes Krumm", erläutert der Pitcher. "Aber ich glaube, dass wir in der Lage sind, viel besser gegen ihn zu treffen. Speziell, weil wir ihn jetzt schon gesehen haben." Wenn die Heidenheimer denn bei Krumm als Werfer bleiben. Luke Sommer musste aus beruflichen Gründen zurück in die USA, doch dem amtierenden Deutschen Meister ist es zuzutrauen, ihn spontan wieder einzufliegen. Im zweiten Duell wartet dann erneut Wes Roemer auf die Alligators. "Der hat uns schon sehr dominiert", findet Hughes. "Es wird auf die Tagesform ankommen, aber Roemer wirft viele verschiedene Pitches sehr kontrolliert und vor allem schnell."

Die Heidenheimer werden es im Übrigen ähnlich sehen. Auch sie sahen am Schlag blass aus gegen Hughes und Ough. Auch sie werden auf eine verbesserte Ausbeute am Schlag hoffen und mutmaßen, dass sie gegen die beiden Alligators-Werfer besser treffen können, als sie es getan haben.

"Ich habe mich gut gegen sie gefühlt", sagt André Hughes selbstbewusst und will an die Leistung anknüpfen. Personell könnte sich bei den Solingern etwas ändern. Timo Trampert hat sich verletzt bei einem Sprung im linken Außenfeld, Julian Steinberg hat sich bei einem Wurf gegen seine Maske eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen. "Ich gehe davon aus, dass Julian aber dabei ist", meint Hughes. Für Trampert könnte Markus Stryczek im Outfield spielen - auch, weil Trampert nicht gerade berauschend geschlagen hat.

Quelle: RP
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