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Faustball
OTV-Faustball-Duo fährt zur WM

Faustball: OTV-Faustball-Duo fährt zur WM
FOTO: Radtke Guido
Solingen. Kaja Hutz und Christopher Hafer sind bei der Heim-Weltmeisterschaft der Unter-18-Jährigen in Nürnberg am Start.

"Ich würde schon gerne ein wenig mehr als im letzten Jahr bei der Europameisterschaft spielen", sagt Kaja Hutz einen Tag nach ihrer erneuten Berufung in die U 18-Nationalmannschaft der Faustballerinnen grinsend. Beim Erringen der Vize-Europameisterschaft durfte sie im Gegensatz zu ihrer in allen Spielen eingesetzten Vereinskameradin Inga Maus gar nicht spielen. Hutz nutzte ihre Chance allerdings im anschließenden internationalen Jugendlager. Bei den abschließenden Länderspielen hinterließ sie einen guten Eindruck.

Diesen prägte sich auch das Bundestrainergespann Dorothee Schröder (Schneverdingen) und Frank Laux (Koblenz) ein. Sie luden die Sportlerin des Ohligser TV zum ersten Lehrgang des erweiterten WM-Kaders im Herbst nach Nürnberg ein. Dort schlüpfte Hutz in den vornominierten 14er-Kader für die Heim-WM. Unmittelbar nach dem Osterferien-Trainingslager des OTV in der Türkei gab es einen weiteren Form-Check beim Saisonvorbereitungsturnier in Hannover. Dort kam das U 18-Team im Feld zahlreicher Bundesligisten auf den dritten Platz. Und nun der Nominierungslehrgang erneut in Nürnberg. "Wir haben die Nominierung erst am späten Sonntagabend nach unserer Rückkehr per Mail erfahren. Ich war - und bin es immer noch - total sprachlos", freut sich Hutz.

Die 16-jährige Schülerin des Humboldtgymnasiums spielt seit acht Jahren Faustball im OTV. Seit zwei Jahren gehört sie bereits zum Zweitliga-Frauen-Team. Mit Ann Kristin Stöckler und Lea Maus ergänzt sie sich im Angriff. "Die Herausforderung, auf höchstem Niveau zu spielen, reizt mich sehr", meint Hutz über die Spiele in der Zweiten Liga und im Nationalteam. In letzterem ist die Konkurrenz auf der Angriffsposition groß: Svenja Schröder vom WM-Ausrichter TV Nürnberg-Eibach und Henriette Schell spielen in Spitzenteams der Ersten Liga. Und Marie Hodel kommt vom Zweitliga-Primus TSV Bayer 04 Leverkusen. "Es wird darauf ankommen, wie wir uns als Team bei der WM verkaufen. Doch da bin ich optimistisch gestimmt", sagt Hutz, die besonders um die Stärken der Teams aus Österreich, der Schweiz und Brasilien weiß. Hutz ist die erste Ohligser Faustballerin, die an einer Weltmeisterschaft teilnehmen darf.

Nesthäkchen des Faustball-Zweitligisten SG ESV Wuppertal-West/Ohligser TV ist Christopher Hafer. Im Zehner-WM-Kader ist er nach dem hünenhaften Kai Mörbe vom sächsischen SV Kubschütz mit 15 Jahren der zweitjüngste Akteur. "Das ist eine Riesenüberraschung für mich. Damit durfte ich nicht rechnen", platzte es am Sonntagmittag in seiner Heimatstadt Hamm aus ihm heraus. Nach einem Herbstlehrgang in Ohligs und Vohwinkel sowie der Turnierteilnahme in Hannover sollte der Nominierungslehrgang in Hamm die Entscheidung bringen. Als die zehn Akteure des Bundestrainer-Duos Roland Schubert (Berlin) und des OTV-Vereinssportlehrers Hartmut Maus bekanntgegeben wurden, wusste Hafer seine Gefühle kaum zu ordnen. "In dem Moment ist mir so viel durch den Kopf gegangen, dass ich gar nicht mehr wusste, wem ich zuerst danken soll", sagte Hafer, der seinen Eltern Heike und Ludwin sowie seinen Geschwistern Franziska und Johannes dankte. Denn sie sind alle im positiven Sinne "faustballverrückt" und unterstützen Christopher in vielen Dingen.

Auch in der Entscheidung, im vergangenen Sommer vom Hammer SC zum Ohligser TV zu wechseln. Zwei Mal in der Woche nimmt er per Bahn die weite Strecke auf sich, um im Bergischen trainieren zu können. "Diese Belastung geht für mich in Ordnung, denn ich habe hier auch schon viele Freunde gewonnen", sagt Hafer, der aber auch die Trainingsqualität beim OTV schätzt. 2012 war der Zweitliga-Spieler Johannes Groß, der zur Zeit ein Auslandssemester in Litauen absolviert, bei der WM in Kolumbien und holte Bronze mit dem deutschen Team. Hafer folgt ihm nun als zweiter Spieler des OTV zu einer WM.

"Das Mädchen- und auch das Jungenteam haben vor zwei Jahren in Brasilien souverän den Titel gewonnen. Folglich sind beide Mannschaften für Nürnberg favorisiert. Doch da werden besonders Österreich, Schweiz und Brasilien etwas dagegen haben", schätzt U 21- und U 18-Bundestrainer Hartmut Maus die Situation sechs Wochen vor der Weltmeisterschaft gelassen ein.

(red)
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