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American Football
Paladins verteilen zu viele Geschenke

American Football: Paladins verteilen zu viele Geschenke
Unter Wert verkauft: Die Paladins Jeremy Konzack, Felix Thomaßen, Marvin Leimküller und Giuliano Schürrer (von links) gingen gestern leer aus. FOTO: Köhlen (Archiv)
Solingen. Die Regionalliga-Footballer verlieren das Derby bei den Langenfeld Longhorns höchst unnötig mit 13:14. Von Georg Amend

Peter Pinter war kaum zu trösten. Der Wide Receiver der Solingen Paladins hatte einen weiten Pass seines Quarterbacks Jeremy Konzack eigentlich schon sicher gehabt, doch dann rutschte ihm der Football noch durch die Arme. So kamen die Langenfeld Longhorns wieder in Ballbesitz, die Chance, das Spiel noch zu drehen, war dahin. Pinter stapfte vom Feld, riss sich den Helm vom Kopf, schleuderte ihn zu Boden und hockte sich hin, vergrub das Gesicht in den Händen. Seine Teamkameraden versuchten, ihn aufzubauen, aber es half nichts. Der Frust saß zu tief, und das Derby in der Regionalliga ging an Langenfeld - mit 14:13 äußerst knapp.

Nun war das aber keinesfalls die alleinige Schuld von Pinter, der nicht nur wegen seines Touchdowns zum 13:14 eigentlich ein gutes Spiel gemacht hatte - bis zum verhängnisvollen Lapsus am Ende. Vielmehr überbrachten die Solinger den Langenfeldern ein Geschenk nach dem anderen. Das begann bei Giuliano Schürrers missglücktem Field-Goal-Versuch im ersten Viertel, der so nicht die ersten drei Zähler auf das Konto der Gäste bringen konnte. Es setzte sich fort über unzählige Fouls oder technische Fehler, die die Paladins immer wieder zurückwarfen. Und im abgeblockten "Point after Touchdown"-Versuch ebenfalls von Schürrer, der den 14:14-Ausgleich gebracht hätte. Da war Pinters Missgriff nur einer von vielen.

Trainer Tim Rüttgers war entsprechend bedient. Nach dem 14:7 durch Langenfeld nahm er seine Defensive ins Gebet: "Wir müssen das Ding stoppen können. Was ist los mit euch? Habt ihr keinen Bock mehr? Wir haben gesagt, wir müssen nach der Pause den Schalter umlegen. Also: Macht das jetzt, alle zusammen!" Immerhin kassierte sein Team keine Punkte mehr.

Dass es nicht zu einem sicherlich verdienten Ausgleich oder gar zu mehr langte, erklärte Rüttgers nach der Partie so: "Wir hatten einfach zu viele individuelle Fehler. Der Kick am Ende, der nicht reingeht, der Kick am Anfang, und zu viele Fouls. Wir waren meiner Meinung nach das bessere Team, aber - es ist dumm gelaufen. Das hätte nicht sein müssen." Ein weiterer Ansatz: "Wir waren ja auch nicht komplett da. Wir haben einen ganzen Sack voll Verletzter. Zwölf Leute, die entweder verletzt, krank oder im Urlaub sind. Da kam heute halt eines zum anderen." So auch, dass Joshua Lieck nach einem Tackle Ende des zweiten Viertels mit Oberschenkelproblemen ausfiel. Zwar versuchte es der Defensive Back nach schmerzhaften Dehnübungen noch einmal, musste aber nach einem Drive einsehen, dass es keinen Zweck hatte.

Einen durchwachsenen Arbeitstag erlebte Quarterback Konzack. Der Spielmacher der Paladins hatte eine ziemliche Streuung in seinen Würfen, viel zu weite oder auch zu tiefe Pässe fanden keinen Abnehmer. So musste er sich von den Langenfelder Fans mit Sprechchören wie "Das war super, das war elegant" verhöhnen lassen, zeigte sich aber davon unbeeindruckt: Seine Touchdown-Pässe auf Marvin Leimküller, der im ersten Viertel auf 6:7 verkürzte, bevor Schürrer mit seinem Kick ausglich, und eben Pinter, waren eine Augenweide. Ebenso der Ball, den sein Wide Receiver am Ende nicht kontrollieren konnte. Die Paladins verpassten es, sich zu belohnen und erstmals gegen Langenfeld zu gewinnen. Die Heimfans freute es hörbar: "Derbysieger, Derbysieger, hey, hey", riefen sie.

Quelle: RP
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