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Baseball
Personalie Brockmeyer sorgt für Zunder

Solingen. Die Paderborner Baseballer hatten auf eine Ablösesumme gehofft, die Alligators sahen das anders. Von Thomas Rademacher

Seit Jahren sind die Solingen Alligators und Paderborn Untouchables die beiden Teams, auf die es in der Bundesliga-Nord ankommt. Inzwischen mischen zwar die Bonn Capitals ordentlich mit, doch eine große Rivalität existiert bislang nur zwischen den Klingenstädtern und den Ostwestfalen.

Morgen sind die Baseballer von Trainer Norman Eberhardt in Paderborn zu Gast - und die Stimmung zwischen den beiden Vereinen könnte besser sein. Die Personalie Sascha Brockmeyer sorgte in den vergangenen Wochen für zusätzliche Hitze. Brockmeyer durfte am ersten Spieltag gegen die Dortmund Wanderers nicht für die Alligators auflaufen, weil er keine Freigabe von seinem alten Verein aus Paderborn erhalten hatte. "Sie haben die Zahlung einer Ablösesumme erwartet", erläutert Eberhardt. Dafür sind verschiedene Faktoren ausschlaggebend. In diesem Fall ist der Grund des Wechsels entscheidend. Würde Brockmeyer aus sportlichen Gründen nach Solingen kommen, müssten die Alligators zahlen. "Sein Wechsel ist aber klar beruflicher Natur", stellt der Coach klar. "Sascha möchte bei der Polizei Karriere machen. Das ging unter anderem in Wuppertal, aber eben nicht in Paderborn." Deshalb sei Brockmeyer ins Bergische Land versetzt worden und habe die Paderborner rechtzeitig darüber informiert. Die Untouchables lenkten gestern ein und gaben dem Allrounder überraschend doch noch die Freigabe.

Dass der Klub dem lange feststehenden Wechsel so kurz vor Saisonstart widersprach, ärgerte Eberhardt und sein Team freilich dennoch. "Sascha ist schnell einer von uns geworden. Die Jungs sind ziemlich angefressen aufgrund der Situation. Das sorgt natürlich für zusätzliche Motivation." Dem Vernehmen nach wollten die Paderborner ihrem Ex-Spieler aus persönlichen Gründen Steine in den Weg legen. Zudem soll das Verhältnis der Führungsetagen beider Vereine angespannt sein.

Bei allem Ärger abseits des Feldes rechnet Eberhardt dennoch mit zwei fairen Auseinandersetzungen. "Der sportliche Respekt voreinander ist zu groß, als dass die Situation ausarten könnte." Mit Untouchables-Trainer Stefan Fechtig versteht sich Eberhardt gut, so dass er mit zwei hart umkämpften, aber fairen Duellen rechnet. Dabei sind die Paderborner nicht ganz so stark aufgestellt wie in vergangenen Jahren. Die Ostwestfalen verzichten in dieser Saison komplett auf Importspieler, um ihren eigenen Nachwuchs zu integrieren. "Trotzdem wissen wir, dass sie immer da sind, wenn es darauf ankommt. Das wird kein Spaziergang."

Die Untouchables verpflichteten im Winter in Daniel Thieben einen Top-Werfer, der in den vergangenen Jahren in der Organisation der Seattle Mariners aktiv war, dort den Sprung allerdings nicht schaffte. Außerdem wird es wohl einmal mehr zum Duell gegen Eugen Heilmann kommen, der seit Jahren zu den besten Pitchern in Deutschland zählt. "Es wird nicht leicht für uns, Punkte zu erzielen. Deswegen muss unser Pitching natürlich auch stimmen", sagt Eberhardt. Eine weitere mäßige Leistung von Enorbel Marquez Ramirez könnte also Probleme bereiten. "Wer Eno kennt, weiß, dass ihm das nicht zwei Mal passieren wird. Gegen Dortmund war es sein erstes Spiel bei schlechtem Wetter auf einen ungewohnten Catcher. Sollte es wirklich nicht laufen, habe ich André Hughes in der Hinterhand", sagt der Coach. Im zweiten Duell des Tages startet US-Import Chris Mezger.

Quelle: RP
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