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Schach
Rapport erlebt den Schach-Schocker

Solingen. Im zweiten Spiel des Saisonauftakts verliert der Ungar in der Schach-Bundesliga erstmals. Sein Team, der Deutsche Meister SG Solingen, setzt sich dennoch mit 5,5:2,5 gegen die Schachfreunde Berlin und 6:2 gegen SK Tegel durch. Von Thomas Rademacher

Großen Respekt hatte SG-Teamchef Herbert Scheidt vor den Schachfreunden Berlin gehabt. Die Hauptstädter hatten sich gut verstärkt -mit Veselin Topalov steht sogar ein ehemaliger Weltmeister im Aufgebot der Mannschaft. Doch in der hiesigen Sparkasse war der Bulgare nicht dabei, so dass der amtierende Deutsche Meister an allen Brettern leicht favorisiert in die Partie ging und dieser Rolle weitestgehend gerecht wurde. Zur Formsache geriet die Partie gegen den SK König Tepel. Richard Rapport sorgte aber für eine kleine Sensation.

Der Ungar, der in der Bundesliga noch nie eine Partie verloren hatte, unterlag völlig überraschend dem 254 ELO-Punkte schwächer eingestuften Robert Rabiega. "Er ist viel zu optimistisch herangegangen", meinte Scheidt. "Wenn die Gegner so viel schwächer sind, unterschätzen sie die in einer Form, dass es nicht mehr schön ist." Rapport befand sich schnell in schlechter Position und bekam das Match nicht mehr gedreht. Der Schach-Schocker war für den Ungarn perfekt. "Und er war auch schwer geknickt danach", wusste der Teamchef.

Die Niederlage wurde von seinen Mannschaftskameraden aufgefangen. Spitzenspieler Pentala Harikrishna stand in seinem Spiel gegen René Stern zwar ebenfalls bedenklich, profitierte dann aber von einem kleinen Fehler und brachte das Duell sehr sauber zu Ende. Markus Ragger überspielte seinen Gegner nach allen Regeln der Kunst. "Das war die sauberste Partie des Tages", freute sich Scheidt, der auch mit den Siegen an den unteren Brettern durch Predrag Nikolic, Alexander Naumann und Mads Andersen zufrieden war.

Bereits einen Tag zuvor hatten es die Solinger mit dem besseren Gegner des Wochenendes, den Schachfreunden Berlin, zu tun gehabt. "Da haben wir etwas Glück gehabt", fand Scheidt. Naumann lag gegen Mikael Agopov bereits deutlich hinten und hätte eigentlich verlieren müssen. Ein schwerer Fehler seines Gegners brachte den Solinger aber doch noch auf die Siegesstraße. Hätte er verloren, wäre es eng geworden, denn Erwin L'Ami, Rapport, Ragger und Jan Smeets mussten sich mit Remis zufriedengeben, so dass es auf die unteren Positionen ankam. Nikolic und Andersen zeigten gegen die Hauptstädter die überzeugendsten Leistungen. "Nikolic hat im Endspiel in beiden Wettkämpfen sehr stark gespielt", lobte der Teamchef.

Zwar waren die 5,5:2,5- beziehungsweise 6:2-Siege nicht unbedingt standesgemäß für den Deutschen Meister, doch Scheidt zeigte sich trotzdem zufrieden und begründete: "Wir tun uns schwer gegen schwächere Gegner. Das war auch schon im Vorjahr so".

Quelle: RP
 
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