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Schach
Rückzug vom Rückzug

Schach: Rückzug vom Rückzug
Alexander Naumann hatte bereits seine Zusage gegeben, für die SG Solingen auch in der Zweiten Liga zu spielen. Nun wird der Großmeister auch weiterhin im Schach-Oberhaus an den Brettern agieren. FOTO: Eisenhuth
Solingen. Die SG Solingen bleibt der Schach-Bundesliga erhalten. Dabei hatte Teamchef Herbert Scheidt schon offiziell das endgültige Aus erklärt. Von Guido Radtke

Seine Entscheidung hatte Herbert Scheidt immer wieder hinausgezögert. Gestern Vormittag griff der Teamchef der SG Solingen schließlich zum Telefon, um kurzfristig zu einem Gespräch einzuladen, in dem er offiziell Vollzug melden wollte: Wie bereits vor Beginn der Saison angekündigt sollte nach diesem Wochenende das Kapitel Schach-Bundesliga endgültig beendet sein. "40 Jahre lang war es ein Pulverfass. Jetzt fehlen mir die Kraft und das Geld, um weiterzumachen." Den Etat für eine weitere Spielzeit konnte Scheidt nicht aufbringen. "Wir ziehen definitiv zurück."

Keine drei Stunden später erfolgte die völlig unerwartete Kehrtwende. Aus heiterem Himmel erfolgte die Zusage eines Sponsors, die die Zukunft der SG Solingen im Schach-Oberhaus sicherstellt. Aus Resignation ist bei Herbert Scheidt neuer Tatendrang geworden: "Jetzt geht es wieder bei Null los". Die Altlasten aus der Vorsaison sind gedeckt. Gleiches gilt für den laufenden Etat, der sich nach drastischen Sparmaßnahmen lediglich noch auf 34 000 Euro beläuft. Zum Vergleich: Der unangefochtene Abonnement-Meister OSG Baden Baden verfügt über das neunfache Budget.

Herbert Scheidt hatte sich zwangsläufig schon Gedanken über die Besetzung des Kaders für die Zweite Liga gemacht. Die Großmeister Alexander Naumann und Artur Jussupow hatten zugesagt, der SG Solingen eine Etage tiefer treu zu bleiben. Auch Predrag Nikolic hatte signalisiert, nicht an einen Vereinswechsel zu denken. "Das Wochenende werde ich dazu nutzen, unter den neuen Gegebenheiten die Personalplanungen voranzutreiben." Der Großteil der Leistungsträger ist am letzten Spieltag in Eppingen vertreten. Herbert Scheidt hofft nur, dass sich die Denksportler aus dem aktuellen Kader noch nicht vertraglich an andere Vereine gebunden haben.

Quelle: RP
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