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Schach
Schachspielerin Sherif wird in Tunesien Dritte

Solingen. Bei den Arabischen Meisterschaften der Altersklasse U 20 muss sich die Solingerin erst an die äußeren Bedingungen gewöhnen. Von Georg Amend

Mit der Zeitumstellung von einer Stunde hatte Amina Sherif keine Probleme - dennoch geriet sie bei den Arabischen Meisterschaften in Tunesien, wo sie in der Altersklasse U 20 B gemeldet war, in Zeitnot: "Der Zeitmodus war anders. So habe ich leider ein entscheidendes Spiel recht unglücklich verloren", berichtete die Schachspielerin der SG Solingen. Konkret: "Ich stand auf gewinnen, aber dann hatte ich zu wenig Zeit. Wir hatten da 90 Minuten für die ganze Partie, und pro Zug gab es einen Zeitaufschlag von 30 Sekunden. Ich habe während der Partie wohl zu lange überlegt, weil am Ende hatte ich nur noch wenige Sekunden für einen Zug. Da habe ich dann was übersehen." So verlor Sherif diese Partie und musste fortan auf Fehler der beiden vor ihr platzierten Mädchen hoffen. "Die kamen aber nicht." So belegte sie nach neun gespielten Runden, deren Ergebnisse addiert wurden, Platz drei von 13 Teilnehmerinnen.

Auch wenn sie sich über die verlorene Zeit in der entscheidenden Partie ärgerte, war Sherif mit dem Resultat "zufrieden. Ich hatte auf eine Top-Drei-Platzierung gehofft". Allerdings wusste sie auch: "Ich wäre auch dazu fähig gewesen, Erste zu werden." Das es dazu nicht reichte, lag zum Einen an dem erwähnten anderen Zeitmodus, zum Anderen aber auch daran, dass sie eine der Jüngsten war - sie hätte noch in der U 18 starten können. Und auch an die äußeren Umstände musste sich Sherif in Djerba erst einmal gewöhnen: "Ich habe noch nie im Sommer in so einem heißen Land gespielt. Das war sehr warm. Außerdem war es ziemlich laut, weil das Turnier in einem Urlaubshotel stattfand. Vom Pool kam immer Musik herüber, und wenn einer den Raum verlassen hat, hat man immer die Geräusche von der Lobby gehört. Das hat schon ein bisschen gestört - andererseits war es auch ein gutes Training für die Konzentration."

Die mentale Anspannung konnte Sherif in Tunesien aber abbauen: "Ich war oft am Strand oder außerhalb Essen. Ich hatte auch zwei freie Tage. Das war ein bisschen Urlaub." In Begleitung ihrer Mutter war sie in Tunesien, sie lernte aber auch viele neue Leute kennen. "Ich kannte welche aus meinem Team, bin aber auch von anderen Teams angesprochen worden." Da verging die Zeit wie im Flug - nicht nur am Brett.

Quelle: RP
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