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Lokalsport
Schmeltzer darf zurück auf den Hügel

Solingen. Der Werfer der Alligators wurde zuletzt gesperrt. In den Heimspielen gegen Bonn ist der Kader aber nun komplett. Von Thomas Rademacher

Zum ersten Mal werden die Solingen Alligators an diesem Wochenende mit ihrem kompletten Kader antreten. Bislang hat immer der eine oder andere Baseballer aus unterschiedlichen Gründen gefehlt, doch im Bundesliga-Spitzenspiel gegen die Bonn Capitals wird Trainer Ron Frazier aus dem Vollen schöpfen können. "Der Coach hat betont, dass er seine Aufstellung jetzt gefunden hat", sagt Werfer André Hughes. "Das heißt, er stellt von nun an komplett nach Leistung auf." Frazier hatte vor Saisonbeginn gesagt, er brauche einige Partien, um die Stärken und Schwächen seiner Akteure zu analysieren.

Qualität ist dann auch gegen Bonn gefragt. Der amtierende Nordmeister hat in dieser Saison nicht enttäuscht und steht mit neun Siegen und einer Niederlage auf dem Spitzenplatz. Dazu gewann die Mannschaft von Spielertrainer Bradley Roper-Hubbert an den Pfingstfeiertagen den inzwischen renommierten Buchbinder-Cup in Regensburg. Dabei schlugen die Ex-Hauptstädter mit den Stuttgart Reds den Tabellenführer der Bundesliga-Süd sowie gleich zwei Mal einen der heißesten Favoriten auf die Deutsche Meisterschaft, die gastgebenden Regensburg Legionäre. "Die Capitals haben bewiesen, wie stark sie in dieser Saison sind. Von der Papierform sind sie gegen uns klar favorisiert", meint Hughes. Etwas überraschend war lediglich die einzige Niederlage dieser Spielzeit. Die fingen sich die Bonner ausgerechnet gegen die Cologne Cardinals ein - also gegen eine Mannschaft aus den unteren Tabellenregionen.

"Chancen werden wir also haben", ist sich Hughes sicher. Der Pitcher und stellvertretende Vorsitzender des Vereins weiß aber auch: "Aber es wäre vermessen zu sagen, dass wir einen Doppelsieg schaffen werden." Dazu haben die Solinger zuletzt nicht stark genug gespielt. Bei den Paderborn Untouchables setzte es zwei Niederlagen in Folge. Eine davon wäre vielleicht vermeidbar gewesen, wenn ein Werferwechsel vorgenommen worden wäre. "Ich hätte den Wechsel wohl gemacht", erklärt Hughes. "Aber der Trainer hat noch mal klargestellt, dass es seine Entscheidung ist. Und so ist es ja auch. Man kann sich darüber ärgern, aber man muss es akzeptieren."

Die Breite der Aufstellung gibt Anlass zur Hoffnung, alle sind dabei. Jadd Schmeltzer ist im ersten Spiel nach seinem Wutausbruch in Paderborn und der daraus folgenden Disqualifikation zwar gesperrt, doch der US-Amerikaner darf im zweiten Duell wieder auf den Wurfhügel. Bei der Wahl seiner Werfer hat Ron Frazier wenig Alternativen. Hughes steht im ersten, Schmeltzer im zweiten Duell von Beginn an auf dem Hügel. Vertreten werden die beiden im Bedarfsfall von Juan Pichardo oder Nils Hartkopf.

Interessanter wird die Entscheidung, wer an der zweiten Base und im Left Field antritt. Oskar Matzpreiksch und Hartkopf kommen für die Infield-Position infrage. Während Matzpreiksch der aufstrebende junge Spieler ist, steht Hartkopf für Routine und Erfahrung. Im Außenfeld ist die Situation ähnlich. Timo Trampert spielt statistisch derzeit stärker als Markus Stryczek, doch Stryczek hat seine Qualitäten in brenzligen Situationen bereits bewiesen. "Fakt ist, dass wir mit dieser Aufstellung dann erstmal antreten werden", erläutert Hughes. "Das heißt natürlich nicht, dass man sich nicht wieder herein- beziehungsweise herausspielen könnte."

Quelle: RP
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