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Baseball
Schmeltzer will Hamburger vernaschen

Solingen. Der Werfer der Solingen Alligators hat seine Profi-Karriere noch nicht abgehakt und will Deutscher Meister werden. Von Thomas Rademacher

Jadd Schmeltzer ist der neue Werfer für das zweite Spiel bei den Solingen Alligators. Der US-Amerikaner tritt damit in die großen Fußstapfen von Chris Mezger, mit dem der Baseball-Verein vor zwei Jahren Deutscher Meister geworden sind. Der 27-Jährige hat in seinen ersten beiden Partien einen guten Eindruck gemacht und will morgen auch gegen die Hamburg Stealers gewinnen.

Für die Alligators ist es fast schon etwas bizarr, jetzt ausgerechnet auf die Hamburger zu treffen. Denn die haben in dieser Saison noch keine Partie bestritten. Das gleiche traf auf die ersten beiden Gegner der Solinger jeweils ebenfalls zu. Viel bekannt ist über die Norddeutschen also noch nicht. Außer, dass sie sich im Vergleich zur Vorsaison verstärkt haben. Mit Jakob Claesson, Louis Cohen und Wolfgang Reitter kamen gleich drei neue Werfer. Wie Trainer Jens Hawlitzky im Vorfeld bekannt gab, fällt der aus Regensburg gekommene Reitter noch verletzt aus. Somit werden der Schwede Claesson im ersten und der US-Amerikaner Cohen im zweiten die beiden Spiele am Weyersberg bestreiten.

Damit wird es im zweiten Aufeinandertreffen wieder ein amerikanisches Duell geben. Denn nur in dieser Partie dürfen Importspieler aus Nicht-EU-Ländern auf dem Hügel stehen. Das führt zu einer höheren Werfer-Qualität in der zweiten Begegnung eines Doppelspieltages und zur Notwendigkeit eines absoluten Spitzenwerfers für die ambitionierten Teams der Bundesliga.

Schmeltzer dürfte zur Klasse dieser Pitcher gehören. Er geriet zwar gegen die Cologne Cardinals vor zwei Wochen im späteren Spielverlauf in Probleme, dominierte aber zuletzt die Dortmund Wanderers. "Das Spiel gegen Köln war das erste, das ich seit acht Monaten gemacht habe", erläutert Schmeltzer. "Da war alles noch neu, auch die Atmosphäre. Es war dann schon eine Sache der Nerven." In Dortmund aber fand der aus Westwood stammende Amerikaner in seinen Rhythmus. "Meine Kontrolle hat sich gut angefühlt, und so langsam komme ich gut in Schwung. Das wird jetzt von Spiel zu Spiel besser."

Obwohl Schmeltzer bereits 27 Jahre alt ist, hat er das Thema Profi-Baseball noch nicht abgehakt. Einst wurde der Pitcher von den Boston Red Sox gedrafted, für deren Organisation er in der Single-A antrat, der dritten Liga unter der höchsten Spielklasse, der Major League Baseball (MLB). "Eigentlich lief es ganz gut. In den letzten 13 Durchgängen der Saison hatte ich keinen Gegenpunkt zugelassen", berichtet Schmeltzer. "Da hat es mich geschockt, als ich im Winter den Anruf bekam und entlassen wurde." Aufgeben wollte er deshalb aber nicht und nahm den Umweg über die sogenannte Indenpendent League - einer ebenfalls hochklassigen Spielklasse, die unabhängig von MLB-Organisationen agiert.

Dass es ihn jetzt nach Europa gezogen hat, geschah auf eigenen Wunsch. "Ich wollte eine Szenerie-Veränderung", erläutert der 27-Jährige. "Hier habe ich die Gelegenheit, mein Können zu zeigen und mich für weitere Aufgaben zu empfehlen." Ob Deutschland eine gute Showbühne dafür ist? "Sie ist zumindest einzigartig", meint der Pitcher. "Wenn man gut spielt, fällt man hier auf. Ich warte es einfach ab und schaue, ob sich gute Möglichkeiten entwickeln."

Druck macht sich Schmeltzer nicht. Mit den Alligators möchte er die Deutsche Meisterschaft gewinnen und natürlich morgen die Hamburg Stealers schlagen. "Ich denke, Hamburg wird einige gute Schlagleute haben", sagt der Baseballer. Tatsächlich dürften die Hanseaten der bislang größte Prüfstein in dieser Saison werden. Die Hamburger möchten unbedingt wieder die Play-offs erreichen.

Quelle: RP
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