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Wasserball
SGW setzt auf die Talentförderung

Wasserball: SGW setzt auf die Talentförderung
Trainer Tim Focke (2. von rechts) stimmt sein Team auf die neue Saison ein. FOTO: Stephan Köhlen (Archiv)
Solingen. Die Wasserballer starten am Samstag in die Zweite Liga. Mangels besserer finanzieller Mittel setzten sie auf die Jugend. Von Thomas Rademacher

Die leidige Frage nach dem Aufstiegswillen der SGW Solingen/Wuppertal kann Trainer Tim Focke auch in der neuen Saison nicht anders beantworten: "Würden wir aufsteigen, müssten wir mindestens sieben neue Spieler holen. Dazu fehlen uns einfach noch die Mittel." So wird es für die Wasserball-Startgemeinschaft auch in dieser Saison in der 2. Liga West um eine gute Platzierung und die Integration von jungen Spielern gehen, um vielleicht irgendwann für den Sprung ins Oberhaus infrage zu kommen.

Weil es noch ein paar Jahre dauert, bis einige Talente aus dem Nachwuchsbereich kommen, arbeitet die SGW mit dem nahezu gleichen Kader wie in der vergangenen Spielzeit. Denis Krdzevic und Vincent Schmalor sind die jungen Spieler, die es zu fördern gilt. Der Kern der Mannschaft ist komplett geblieben. Neu dabei ist lediglich Jure Stojanovic. Der 20-jährige Slowene hat in einer Heimat in der höchsten Liga gespielt. "Er ist gut ausgebildet, aber auch noch nicht am Ende", freut sich Focke über den Zugang. Stojanovic spielt auf der Center-Position, die durch den einjährigen Weggang von Alex Peftinas dünn besetzt war.

Eine zweite Schlüsselposition, die des Center-Verteidigers, hat üblicherweise Vincent Schmalor inne. Der Wasserballer kann aufgrund seines Studiums aber nur bei gut der Hälfte aller Saisonspiele dabei sein. "Wann das sein wird, haben wir im Vorfeld schon genau geklärt. Immer wenn er nicht kann, wird uns Daniel Junker aushelfen", freut sich Focke. Der Solinger Routinier hat die Termine bereits geblockt und sich die "Erlaubnis" seiner Ehefrau geholt.

Schon am Samstag wird der ehemalige Kapitän im Solinger Klingenbad zum Einsatz kommen. Die SGW empfängt zum Saisonauftakt den Düsseldorfer SC. "Grundsätzlich ist in Düsseldorf einiges in Bewegung, und ich vermute, dass die Stadt schon bald wieder Bundesliga-Standort sein wird", erläutert der Coach. "Aber noch sind sie nicht stark genug." Mit Dennis Streletzki hat der Verein zudem eines der größten Wasserball-Talente an den OSC Potsdam verloren. "Deshalb will ich die Düsseldorfer auch unbedingt schlagen. Wir sind auf keinen Fall schlechter", meint Focke.

Zu den Favoriten in der Liga zählt er die Landeshauptstädter noch nicht: "Dort steht ein sehr großer Sponsor im Hintergrund, so dass sich das immer ändern kann, aber im Moment sollten sie besiegbar sein." Für den ersten Platz hat der Trainer den SV BW Bochum auf der Liste. "Die Bochumer sind für mich klarer Favorit. Sie haben sich gut verstärkt, auch mit vielen alten Recken. Und man munkelt, sie wollen das Aufstiegsturnier selbst ausrichten, sollten sie den ersten Platz in unserer Liga schaffen." Das spricht freilich für die Ambitionen des Ruhrpott-Klubs, der seine erste Partie in beeindruckender Manier mit 18:2 gewonnen hat.

Für die Bergische Startgemeinschaft steht also eine weitere Übergangssaison an. "Unser Kader ist gut genug für eine Platzierung weit oben", weiß der Trainer. Da die Mannschaft etwas dünner besetzt ist, wird immer ein Platz in der Aufstellung für einen der alten Hasen offen sein. "Ich frage dann rum, wer gerade Lust hat." Immer noch im Wasser bleibt übrigens der Solinger Marc Willems - trotz seines für einen Sportler fortgeschrittenen Alters von 47 Jahren. "Wie oft er spielt, kann ich nicht sagen, aber die Gelegenheit wird sich sicher ergeben."

Focke schließt einen eigenen Einsatz aus. "Dann coache ich schlechter. Ich will nicht auf mehreren Hochzeiten tanzen." Seine Trainerkarriere treibt der Wuppertaler derweil erfolgreich voran. Er ist gerade dabei, seine A-Lizenz zu erwerben. "Das hat aber keine besondere Bedeutung. Ich habe nicht vor, zeitnah in die Bundesliga zu wechseln."

Quelle: RP
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