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Lokalsport
Sportring: A-Junioren jubelten doppelt

Solingen. Beim Pfingstturnier sichert sich das Team erstmals seit 1978 den Titel.

Es herrschten tumultartige Szenen, nachdem Cossatese Calcio seinen zehnten Strafstoß im Elfmeterschießen des Finales beim 51. Internationalen A-Jugend-Pfingstturnier des Sportring Solingen 80/95 an die Latte gesetzt hatte. Der Gastgeber sah sich bereits als Sieger -zum ersten Mal seit 37 Jahren. Spieler und Zuschauer stürmten das Feld und sprangen aufeinander, um den Turniersieg zu bejubeln. Den Überblick behielten nur die Schiedsrichter - sie wussten, es stand 8:8, und der Sportring musste noch einen weiteren Versuch verwandeln, um zu gewinnen.

Doch Gehör konnten sie sich zunächst kaum verschaffen. Es dauerte eine Weile, bis die Information durchgesickert war. Mühsam wurde das Feld wieder geräumt. Doch wer würde nun die Nerven haben, den Ball zum 9:8 ins Tor zu schießen? Es war Timo Waurischk. Der Torhüter hatte zuvor bereits gegen den überragenden Andrea Pulca, der später als bester Spieler des gesamten Turniers ausgezeichnet wurde, pariert, um seine Mannschaft im Spiel zu halten. Nun legte er sich den Ball zur endgültigen Entscheidung zurecht. Er blieb eiskalt und nagelte die Kugel ins Gebälk. Die Szenen, die sich Minuten vorher schon abgespielt hatten, wiederholten sich. Waurischk wurde begraben in einem Pulk seiner Spieler. Er war der Held eines unglaublichen Turniers für die Höhscheider A-Jugendlichen.

In der Vorrunde hatte die Mannschaft den hoch favorisierten KVV Zelzate mit 1:0 besiegt und damit selbst die große Chance auf den Gruppensieg. Den ließ sich das Team von Trainer Burkhard Schmitz dann auch nicht nehmen. Im entscheidenden Duell gewann der Sportring mit 3:0 gegen den SSV Vingst.

Das Finale hatte es dann in sich. Benjamin Rosenthal setzte sich im Laufduell durch und verwandelte zum 1:0 für die Gastgeber. Den Ausgleich konnten die Solinger zwar nicht verhindern, doch sie wollten den ersten Sieg einer Sportring-Mannschaft seit 1978 unbedingt und brachten die Partie ins Elfmeterschießen. In dem hatte die Truppe Glück bei Waurischks Parade genau über den Querbalken sowie bei Michael Gornelis' verwandeltem Versuch. Den hatte der Torhüter schon fast abgewehrt, doch der Ball trudelte in Zeitlupentempo doch noch über die Linie. Der Rest war pure Euphorie - und das sogar doppelt: Erst nach dem Fehlschuss und dann nach Waurischks Treffer.

(trd)
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