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Fußball
"Tradition ist nicht verkäuflich"

Rund 300 Solinger sind gestern dem Aufruf der Union gefolgt, für den Erhalt des Ohligser Stadions zu protestieren. Oberbürgermeister Norbert Feith wurde vom Vorstand des Fußball-Klubs eine Protestnote übergeben. Von Michael Tesch

"Uns ist der Vorschlag sehr schwer gefallen, auch weil wir die Bedeutung der Union in unserer Stadt kennen", erklärte Stadtkämmerer Ralf Weeke am Rande der Demonstration des Fußballvereins vor dem neuen Rathaus. Aber: "Ohne Sponsor am Stadion festzuhalten, das wird nicht zusammengehen. Die Aktion der Union ist absolut nachvollziehbar. Dass die Fans zeigen, dass sie betroffen sind, ist aller Ehre wert." Nicht nur Mitglieder und Fans, sondern auch viele Jugendteams sowie Spieler der Ersten Mannschaft hatten sich auf dem Rathausvorplatz eingefunden. "Für die Jungs, die schon länger dabei sind, ist der geplante Abriss des Stadions natürlich ein Thema", erklärte Daniel Esselborn, Spieler des Niederrheinligisten. "Für uns wäre das eine Katastrophe."

Mitgebracht hatten die Fans auch Banner. "Tradition ist nicht verkäuflich" oder "Das Stadion ist unsere Heimat" war darauf zu lesen. Auch Oberbürgermeister Norbert Feith, dem der Union-Vorstand eine Protestnote übergab, sprach klare Worte: "Die Situation ist schwierig für die Union und die Stadt. Aber Fußball kann nicht nur im Stadion am Hermann-Löns-Weg gespielt werden." Dass diesbezüglich eine Lösung gefunden wird, dafür versprach der Solinger Oberbürgermeister seine Unterstützung. "Der Vorstand der Union, der um die Zukunft seines Vereins ringt, legt eine vernünftige Haltung an den Tag." In Richtung der Fans sagte Feith: "Dass die Jungs alle hier sind, finde ich klasse." Pfiffe erntete er jedoch von den rund 300 Demonstranten, als er ihnen per Megaphon zurief: "Auch unser Herz schlägt Blau-Gelb".

Wie eine tragfähige Lösung für den zukünftigen Landesligisten nach dem sich abzeichnenden Aus für den Hermann-Löns-Weg aussehen könnte, erklärte das ehemalige Vorstandsmitglied Peter Deutzmann. "Die Planung muss jetzt ganz klar hin zum Brabant gehen. Hier muss für die Union eine neue Heimat entstehen." In Verhandlungen müsse ausgelotet werden, wie die Stadt den dafür nötigen Ausbau der Anlage unterstützen würde.

Sonius wertet Aktion als Erfolg

Obwohl Union-Vorsitzender Andreas Sonius mit mehr Teilnehmern gerechnet hatte, wertete er die Aktion als Erfolg: "Erstens, weil wir die ersten sind, die gegen eine geplante Sparmaßnahme der Stadt protestieren. Zweitens, weil sich der Verein hier zum ersten Mal als wirkliche Einheit präsentiert."

Kurz vor 18 Uhr, als alle offiziellen Reden gehalten waren, fing die friedliche Demonstration vor dem Rathaus an, sich aufzulösen. Der Ordnungsdienst des Vereins und die die Demonstration beobachtenden Beamten der Polizei hatten einen ruhigen Verlauf erlebt.

Quelle: RP
 
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