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Dreiviertel-Mehrheit verfehlt
Union-Mitglieder lehnen Fusion mit VfB Solingen ab

Dreiviertel-Mehrheit verfehlt: Union-Mitglieder lehnen Fusion mit VfB Solingen ab
Jugendleiter André Altmann nach der Veranstaltung: "Der Verein hat so keine Perspektive auf Dauer." FOTO: mit (Archiv)
Solingen. 73 Mitglieder kamen in das kleine Vereinsheim des BSC Union auf der Sportanlage am Brabant, um an der außerordentlichen Mitgliederversammlung teilzunehmen. Der Restvorstand des Solinger Traditionsklub wollte die Rahmenbedingungen für einen Fusion mit dem VfB Solingen schaffen. Doch das Vorhaben misslang. Die laut Satzung geforderte Dreiviertel-Mehrheit wurde verfehlt, so dass der mögliche Fußball-Zusammenschluss begraben werden musste. Von Thomas Rademacher

Das Thema Fusion hatte in den vergangenen Tagen enorme Wellen geschlagen und Emotionen unter den Union-Mitgliedern freigesetzt. Entsprechend ungemütlich ging es auf der Mitgliederversammlung zu. Zwischenzeitlich entwickelte sich die Zusammenkunft zu einem reinen Wortduell zwischen André Altmann und Rüdiger Niederberger. Schon bei der Frage des Protokollführers polterte Niederberger los: "Niemand aus dem Vorstand darf Protokoll führen." Zuvor hatte Jugendleiter Altmann seinen Finanzchef Stefan Tesche gefragt, ob er die Aufgabe übernehmen würde.

Niederberger bekleidet derzeit kein Amt bei den Ohligsern, ist aber ehemaliger Vorsitzender und würde sich gerne auf der kommenden Mitgliederversammlung wieder zum Vereinschef wählen lassen. Die Nickeligkeiten zwischen Altmann und Niederberger erstreckten sich über die gesamte Veranstaltung. Zeitweise ging es kaum um die Fusion, als mehr um die Frage, wer in der Vergangenheit welchen Fehler begangen hatte.

Zum Thema: André Altmann erläuterte den Mitgliedern die Gründe für eine Fusion. Zum einen geht es um eine Stärkung der zur Zeit extrem geschwächten Jugendabteilung. Gemeinsam mit dem VfB Solingen wäre der Nachwuchs wieder wettberbsfähig. Zum anderen plagen die Union finanzielle Probleme. "Unser Hauptsponsor, LED Lenser, wird uns nur noch begleiten, wenn wir den Weg der Fusion gehen", sagte Altmann. "Andernfalls ist Mitte des Jahres Schluss." Das habe zur Folge, dass es insgesamt nur noch weiter bergab mit dem Verein gehen würde.

Die Mitglieder, die sich zu Wort meldeten, vertraten in der Breite einen vordergründig idealistischen Standpunkt. Man wolle sich nicht von einem Sponsor abhängig machen, und im Falle einer Fusion müsse die Erhaltung des Wappens und der Vereinsfarben gewährleistet bleiben. "Der VfB will unseren Namen und unseren Sponsor. Der Rest ist denen egal", meinte ein Mitglied und erhielt Applaus dafür. "Mir geht es einzig und allein um die Union. Mein Herz ist blau-gelb", sagte Niederberger. Auch das wurde begrüßt.

Ein positives Votum für eine Fusion hätte zwei Dreiviertel-Mehrheiten benötigt. Zum einen galt es, Paragraph 22 aus der Satzung zu streichen.

Dieser sieht vor, dass eine Fusion nur unter Beibehaltung des exakten Namens und der Vereinsfarben möglich ist. Da sich der Name zu VfB Union Solingen ändern würde, war eine Streichung nötig. Zum anderen sollten die Mitglieder einem grundsätzlichen Zusammenschluss zustimmen. 25 von

73 Mitgliedern wollten den Paragraphen jedoch behalten, 27 wollten keine Fusion. Es hätte jeweils höchstens 18 Gegenstimmen geben dürfen. Damit sind die Pläne begraben.

"Ich sehe es nicht als persönliche Niederlage", sagte André Altmann nach der Veranstaltung. "Aber der Verein hat so keine Perspektive auf Dauer.

Die Jugend ist uns weggebrochen, und der Hauptsponsor geht nun verloren." Das sinkende Schiff fahre nun einfach am VfB vorbei. "Wir konnten den Mitgliedern die Chance nur anbieten. Es ist eine Entscheidung gegen die Jugend, gegen die eigene Entwicklung und vor allem gegen den Solinger Fußball."

Quelle: RP
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