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VfB und Union: Fusion droht zu platzen

Lokalsport: VfB und Union: Fusion droht zu platzen
"Wir sind Blau-Gelb im Herzen und nicht Blau-Gelb-Grün", sagt Union-Reserve-Trainer Jörg Dresen. FOTO: Stephan Köhlen (Archiv)
Solingen. Trainer und Spieler der zweiten Mannschaft wollen am Freitag gegen eine Fusion mit den Bavertern stimmen. Von Michael Tesch und Thomas Rademacher

Zwar zeigte sich BSC-Union-Jugendvorstand Andre Altmann nach dem Informationsabend zur angedachten Fusion mit dem VfB Solingen noch recht zuversichtlich, doch seit gestern Abend scheint das Zusammengehen beider Fußball-Bezirksliga-Vereine in weite Ferne gerückt. Nach Informationen unserer Redaktion wird es der Union-Vorstand am kommenden Freitag bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung schwer haben, die laut Satzung notwendige Zustimmung von 75 Prozent aller stimmberechtigten Mitglieder für eine Fusion zu erhalten.

Stimmberechtigt sind nämlich auch die Spieler der ersten und zweiten Mannschaft der Blau-Gelben. Und zumindest die Stimmen der Zweiten wird der Vorstand nicht erhalten. "Wir sind gegen die Fusion", erklärt Jörg Dresen, Trainer der Reserve. "Wir haben in der Mannschaft darüber gesprochen, und der Grundtenor ist, dem Antrag nicht zuzustimmen. Unser Herz ist Blau-Gelb und soll nicht Blau-Gelb-Grün werden." Für Dresen ist es zudem unwahrscheinlich, dass alle Spieler der Bezirksliga-Ersten für eine Fusion stimmen werden.

Andre Altmann weiß seit gestern Abend ebenfalls von der Grundstimmung im Verein. "Wir können den Mitgliedern nur Optionen für die Zukunft liefern. Wenn diese Optionen von den Mitgliedern nicht angenommen werden, dann ist das eben so", erklärt der Jugend-Vorstand. Zum Sportlichen:

SC Ayyildiz Remscheid - VfB Solingen 3:3 (1:1). Gegen den in der Bezirksliga abstiegsbedrohten SC Ayyildiz Remscheid fühlt sich ein Remis für den VfB Solingen eigentlich wie eine Niederlage an. "Aber immerhin haben wir einen 1:3-Rückstand aufgeholt", meinte Manuel Habljak, der Sportliche Leiter des VfB. "Unter dem Strich haben wir aber zu viele Geschenke verteilt." Es fing an mit einem Torwartfehler von Daniel Nohlen, der Dennis Durak-Hidalgo auflegte und so das 1:0 für die Remscheider ermöglichte. Kurz vor der Pause glich Nikola Aleksic auf Flanke von Ennio Orsillo aus, doch nach Wiederanpfiff leisteten sich die Solinger zwei weitere Fehler durch Müslüm Kaymaz und Tim Hartkopf.

Beide Verteidiger verhielten sich im Laufduell ungeschickt, was Ayyildiz clever nutzte, um mit 3:1 in Führung zu gehen. Offensiv agierten die Gäste recht gefällig, mussten in Anbetracht einer drohenden Niederlage aber noch weiter aufmachen. Eray Bastas verwertete einen Spielzug über Orsillo zum 2:3 und hatte dabei Glück, dass die Kugel nach dem ersten Versuch vom Pfosten zurück auf seinen Fuß prallte. Die zweite Chance nutzte der Stürmer. Der Ausglich ging auf das Konto des Remscheiders Salih Altuntas, der eine scharfe Flanke von Florian Heuschkel im eigenen Netz unterbrachte.

BSC Union - Hastener TV 0:2 (0:1). Ali Soysal suchte nicht nach Entschuldigungen nach dem Auftritt seines BSC Union gegen das Schlusslicht der Fußball-Bezirksliga. "Da kann einem nur schlecht von werden", ärgerte sich der Coach nach der 0:2-Pleite gegen den Hastener TV "Wir haben gespielt wie ein Absteiger." Über die Ursache für die extrem schwache Leistung kann Soysal nur spekulieren: "Ich weiß nicht, ob das Ganze mit der möglicherweise bevorstehenden Fusion zusammenhängt." Sollte sich die Union mit dem VfB Solingen zusammentun, würde wohl ohnehin nur eine von beiden Mannschaften in der Bezirksliga antreten, während sich die andere vorläufig auf Kreisebene zurückzieht.

"Trotzdem entschuldigt das nicht unseren kampflosen Auftritt." Die Hastener, die fast keine Chance mehr auf den Klassenerhalt haben, demonstrierten den Solingern, wie Abstiegskampf funktioniert. Verdient gingen die Remscheider mit 2:0 in Front. Erst danach wachte die Union auf, kam durch Davide Mangia und Carlo Farella zu Großchancen, doch es war zu spät. "Bei einem 0:2-Rückstand müssen wir uns auch nicht mehr wundern, wenn der Ball nicht reingeht", meinte Soysal. "Das war nicht bezirksligatauglich."

Quelle: RP
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