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Volleyball
Volleys eilen von Sieg zu Sieg

Solingen. Gegen Lindow und Berlin müssen die Zweitliga-Volleyballer in den Tiebreak. Von Sonja Bick

Oliver Gies hüpfte nicht mit. Während seine Mannschaftskollegen im Kreis springend den Sieg über den VC Olympia Berlin bejubelten, ging er einfach so mit. Vielleicht wollte er nicht, vielleicht konnte er nicht. Der 30-Jährige hatte gerade sein zweites Spiel innerhalb von weniger als 24 Stunden absolviert, ohne eine Sekunde pausieren zu dürfen - jedes Mal über die volle Distanz, aber mit Erfolg: Am Samstag wurde der SV Lindow-Gransee mit 3:2 (23:25, 25:18, 27:25, 26:28, 15:12) besiegt, gestern Berlin ebenfalls mit 3:2 (25:17, 25:19, 14:25, 20:25, 15:12). "Es war ein hartes Wochenende. Meine Beine sind schwer, die Stimme fast weg, aber es hat sich gelohnt", lautete das Fazit des Co-Trainers und Kapitäns.

"Ich bin stolz auf meine Mannschaft und heilfroh, dass wir gewonnen haben", sagte Headcoach Bernd Werscheck, der in beiden Partien nicht auf seinen Motivator und Punktelieferanten verzichten wollte. Der mit 30 Jahren älteste Volleys-Akteur auf dem Feld ackerte in Abwehr und Angriff, gab seinen Kollegen immer wieder Tipps, musste aber auch ganz schön auf die Zähne beißen. Denn das 3:2 gegen Lindow war mit 131 Minuten reiner Spielzeit die längste Partie der Saison. "Der Gegner war stark, aber von meinem Team war es gerade gegen Ende eine tolle Energieleistung", sagte Werscheck, der gerne mehr gewechselt hätte, doch nur Thomas Güßgen immer mal wieder brachte. Seine sicheren Aufschläge sorgten vor allem im knappen dritten und fünften Abschnitt für Stabilität. Beim 25:18 im zweiten Satz, in dem die Volleys zwischenzeitlich mit 22:11 führten, durfte auch Maximilian Ströbl aufs Feld. Es war allerdings der einzige einseitige Durchgang. Alle anderen dieser emotionalen Partie, in der einige Diskussionen geführt wurden, waren hartumkämpft - samt abgewehrter Satz- und vergebener Matchbälle in Durchgang vier. Im Tiebreak war das Team um MVP Toni Mester durchgängig vorne und stand um 21 Uhr als Sieger fest.

Nur 19 Stunden später wartete an gleicher Stelle der nächste Gegner auf den Aufstiegsfavoriten. Die Zeit dazwischen hatte jeder Spieler individuell genutzt, um wieder einigermaßen zu Kräften zu kommen. Für Gies sahen die Stunden zwischen den beiden Partien so aus: Erst gegen 23 Uhr war er zu Hause in Duisburg. Mit einer Portion Nudeln wurden die leeren Energiespeicher aufgefüllt, anschließend wurde noch ein Film geguckt und dann geschlafen. "Wieder Nudeln essen, ein Spaziergang, zwei Espresso und um 13 Uhr losfahren", fasste Gies den Sonntagvormittag zusammen.

Den Talenten des Bundesstützpunktes VCO erging es ähnlich. Am Samstagabend hatten sie erst um 21.45 Uhr den 3:1-Sieg beim FC Schüttorf perfekt gemacht. Nach zwei Sätzen sah alles nach einem glatten Sieg für die Volleys aus, bei denen sich dieses Mal Lennart Bervers die Goldmedaille als bester Spieler sicherte. Doch ein toll aufspielender Gegner erzwang den dritten Tiebreak in Folge - zum dritten Mal mit dem besseren Ende für die Solinger. "Zu Hause noch eine Eisbadewanne und dann zum Glück eine Woche frei", sagte ein erschöpfter aber glücklicher Gies nach dem Matchball. "Und dann können die letzten vier Partien der Saison kommen."

Quelle: RP
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