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Lokalsport
Volleys feiern ihren Titel trotz des Aufstiegsverzichts zünftig

Solingen. Nach dem letzten Saisonspiel hat der Zweitligameister in Aligse und später in Hannover Spaß. Für die Zukunft regiert Hoffnung. Von Georg Amend und Sonja Bick

Bernd Werscheck hatte es schon vor der Reise zu den Sportfreunden Aligse geahnt: "Da gibt es die offizielle Ehrung durch die Deutsche Volleyball-Liga. Da wird ein bisschen Wehmut mit dabei sein. Wir kriegen eine Medaille - toll", hatte der Headcoach der Solingen Volleys bereits am Freitagabend gesagt. Hintergrund für diese doch arg verhaltene Freude: Die Solingen Volleys müssen wohl aus finanziellen und strukturellen Gründen auf den Aufstieg in die Volleyball-Bundesliga verzichten, obwohl sie schon vor dem Spiel in Aligse als Zweitliga-Meister feststanden.

Am Samstagabend gegen 21.30 Uhr strahlten dann aber sowohl Trainer als auch Spieler um die Wette. In ihren schwarz-goldenen Meister-Shirts bekamen sie nach dem 3:1 (25:17, 17:25, 25:17, 26:24)-Sieg den Pokal für den Zweitliga-Titel überreicht und zusätzlich jeder eine Goldmedaille um den Hals gehangen. Anschließend gab es Küsschen für die stattliche Trophäe, der obligatorische Medaillen-Bisstest, aber auch die Sektdusche für den Trainer durften bei den Feierlichkeiten vor einem begeisterungsfähigen Publikum nicht fehlen.

"Die Ehrung war wirklich schön. Aligse hat sich Mühe gegeben", sagte Werscheck. Sein Co-Trainer Oliver Gies, gleichzeitig Kapitän des Meisterteams, sah es ähnlich: "Die offizielle Zeremonie war nett. Zu Hause mit den eigenen Fans wäre es aber schöner gewesen." Bevor anschließend in Hannover ausgiebig gefeiert wurde, hatten die Spieler die überaus erfolgreiche Saison mit dem 23. Sieg im 24. Spiel veredelt. "Die Stimmung war überragend. Alle wollten unbedingt gewinnen", sagte Gies. 700 Zuschauer feuerten das Team aus Aligse zwar an, doch der Gast aus Solingen ließ nicht locker. Den verhinderten Libero Lennart Bevers vertrat Allzweckwaffe Thomas Stark, eigentlich Mittelblocker, hervorragend. Ebenfalls erwähnenswert: Mit Tom-Julius "TJ" Werscheck bekam der zehnte Volleys-Akteur die Goldmedaille als bester Spieler überreicht. Es war seine erste, und "die hatte er sich mehr als verdient", urteilte Gies.

Was die Zukunft angeht, regiert bei den Volleys vor allem Hoffnung. Manager Helmut Weissenbach, der so etwas wie der Alleinunterhalter im Vorstand ist, wünscht sich "Mitstreiter aus dem Gesamtverein, die wertschätzen, was wir für diesen Verein erbracht haben". Er sei "zuversichtlich, dass wir die Ausrichtung auf Spitzensport hinbekommen und an einem Runden Tisch zu einem Konsens kommen".

Auch für den Kader ist Weissenbach vor allem hoffnungsfroh. Die Leistungsträger Daniel Wernitz und Gies will er mehr ins Management einbinden, er habe dafür gute Signale erhalten. Gleiches gelte für das Gros des Teams. "Bei den meisten würde es einen Studienplatzwechsel bedeuten, wenn sie sich ihren Bundesliga-Traum schon jetzt erfüllen wollen", meint der Manager. "Ich glaube, dass unser Standort ein Vorteil ist und wir auch im nächsten Jahr ein gutes Team haben werden."

Dass sich die Spieler aber Gedanken machen, ob sie trotz des Aufstiegsverzichts in Solingen bleiben wollen, ist Weissenbach auch klar. "Wir haben mit jedem einzelnen Spieler gesprochen. Lennart Bevers ist als Libero wie eine Bombe eingeschlagen und fühlt sich pudelwohl. Aber wenn er seinen Bachelor gemacht hat und dann woanders landet, sind wir ein Sprungbrett gewesen. Darauf dürfen wir dann auch stolz sein. Christian Gosmann hätte sicher auch Möglichkeiten, aber wenn sein Weg bei uns weiterführen würde, wäre das sehr schön."

Volleys: Stark - den Boer, Gies, Wernitz, Mester, Pietzonka, Nibbrig, Werscheck, Güßgen, Renzelmann

Quelle: RP
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