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Volleys: Mit letzter Kraft zu zwei Siegen

Volleyball: Volleys: Mit letzter Kraft zu zwei Siegen
Hatten doppelt Grund zur Freude: Benny Nibbrig, Daniel Wernitz, Lennart Bevers, Oliver Gies, Daniel Pieczonka und Huib den Boer (von links). FOTO: Martin Kempner
Solingen. Der Zweitligist bleibt auch nach dem kräftezehrenden Pokal-Aus in der Liga ungeschlagener Tabellenführer. Von Sonja Bik

Die vergangenen fünf Tage hatten es in sich: Drei Spiele mussten die Solingen Volleys absolvieren. Dabei zog der Volleyball-Zweitligist am Mittwochabend gegen den klassenhöheren TV Rottenburg im Pokal nur knapp den Kürzeren. Nun ging es mit einem Doppelspieltag in der Liga weiter - verbunden mit einer insgesamt 1200 Kilometer langen Auswärtstour samt Übernachtung in Berlin. Doch die Reise hat sich gelohnt: Am Ende wurden Saisonsieg Nummer sieben und acht eingefahren, und weitere sechs Punkte landeten so auf dem Konto des Tabellenführers. Am Samstagabend wurde der SV Lindow-Gransee mit 3:1 (14:25, 25:19, 25:23, 25:19) bezwungen, gestern Nachmittag der VCO Berlin - ebenfalls mit 3:1 (27:25, 23:25, 25:22, 25:21).

Mit vier Punkten Vorsprung sind die Volleys weiterhin Tabellenführer, vor dem VC Bitterfeld-Wolfen, der - wie die Solinger auch - ernsthaftes Interesse an der Ersten Liga hat. Diese beiden sind jedoch die einzigen Teams, die am Vorlizenzierungsverfahren der Volleyball Bundesliga teilnehmen. Dieses ist eine verbindliche Voraussetzung für die spätere Erstliga-Lizenzierung.

In Brandenburg hatte es zunächst den Anschein gehabt, als sollte die Serie von sechs Siegen aus sechs Spielen reißen. Knapp 600 Kilometer Fahrt und das kraftraubende Pokalspiel steckten den Volleys-Akteuren noch in den Knochen. Zudem legte der Meister der vergangenen Saison los wie die Feuerwehr und gewann den ersten Satz souverän mit 25:14. "Lindow war deutlich besser. Wir haben einfach kein Mittel gefunden", sagte Headcoach Bernd Werscheck, der seine Spieler von der Seitenlinie aus "aufwecken" wollte und dafür die Schiedsrichter ins Visier nahm. "Ich habe ein wenig provoziert, bin aber wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen. Das war blöd", sagte der Trainer, der die gelb-rote Karte sah und den ersten Durchgang von der Strafbank aus verfolgen musste. Dennoch hatte er erreicht, dass seine Spieler nach dem 14:25 Vollgas gaben. Vor allem die Annahme mit Lennart Bevers, Daniel Wernitz, der später die Goldmedaille als MVP verliehen bekam, und Oliver Gies überzeugte. Die beiden Außenengreifer Wernitz und Gies punkteten zudem zuverlässig, so dass die weiteren drei Sätze gewonnen wurden. Im letzten Durchgang kam erstmals in dieser Saison Thomas Güßgen zum Einsatz. Der Ex-Volleys-Spieler sitzt eigentlich als Physiotherapeut auf der Bank. Weil der etatmäßige Diagonalangreifer Christian Gosmann aber weiterhin mit Schulterproblemen ausfällt, ist Güßgen auf dieser Position nun eine weitere Option. Alexander Walkenhorst ist ebenfalls weiterhin verletzt - er muss möglicherweise sogar am Ellenbogen operiert werden.

So musste der kleine Kader beim starken Aufsteiger, dem Internatsteam des VCO Berlin, erneut auf die Zähne beißen. "Es war ein harter Kampf gegen eine gute Mannschaft", fasste Werscheck zusammen. Zudem schwanden bei seinen Spielern zusehends die Kräfte. So ersetzte Tom-Julius Werscheck Zuspieler Huib den Boer über weite Strecken, Güßgen kam zum Ende hin für Benny Nibbrig aufs Feld, Maximilian Ströbl entlastete Gies, der sich dennoch die MVP-Medaille sicherte. "Alle sind total kaputt, kaum einer sagt noch einen Ton", fasste der Headcoach die Stimmung vor der mehr als sechsstündigen Rückfahrt zusammen. Nun heißt es neue Kraft sammeln, um am Samstag (18 Uhr) gegen Delbrück den nächsten Heimsieg einzufahren.

Volleys: Bevers - den Boer, Gies, Wernitz, Mester, Stark, Pietzonka, Nibbrig, Werscheck, Renzelmann, Ströbl, Güßgen

Quelle: RP
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