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Volleyball
Volleys müssen Sieg gegen Bitterfeld nun vergolden

Solingen. Am Doppelspieltag in der heimischen Wittkulle will der Zweitligist das Fundament für den Aufstieg legen. Von Sonja Bick

"Spielt ihr jetzt in der Ersten Liga?" Die Frage von einem kleinen Fan musste Tom-Julius Werscheck am vergangenen Sonntagabend noch mit "Nein" beantworten. Noch. Denn in wenigen Wochen schon könnte sich der Traum vom Erstliga-Aufstieg für die Spieler der Solingen Volleys erfüllt haben. Sechs Spiele stehen in dieser Saison noch auf dem Programm - drei zu Hause und drei auswärts. Spätestens am 2. April wird sich entscheiden, ob Solingen oder der VC Bitterfeld-Wolfen als Meister die Herausforderung Bundesliga angehen. Der spannende 3:2-Sieg gegen den direkten Konkurrenten am Sonntag war aber ein wichtiger Schritt für die Volleys.

Und selten waren die Zweitliga-Volleyballer so gefragt wie nach dem von Dirk Pietzonka verwandelten Matchball. Autogramme, Fotos, neugierige Fragen - etliche Male brachten Daniel Wernitz, Lennart Bevers und Co. mit ihrer Unterschrift vor allem kleine aber auch größere Fans zum Strahlen. Zuvor hatten knapp 600 Zuschauer die Mannschaft von Headcoach Bernd Werscheck lautstark angefeuert. "Das war unsere bisherige Saisonbestmarke und eine tolle Bergische Wand von Jung bis Alt", lautete das zufriedene Fazit von Volleys-Manager Helmut Weissenbach, der heute bei der Volleyball Bundesliga in Berlin zu Gast ist, um weitere Gespräche in Hinblick auf eine mögliche Erstligazugehörigkeit zu führen. Im Rahmen der sogenannten Vorlizensierung war am Sonntag bereits Jan Sienicki als Vertreter der Liga in Solingen zu Gast. Weissenbach: "Er fand das Event gut." Auch sonst habe es bereits weitere positive Signale gegeben.

Fast drei Stunden lang dauerte das Spitzenspiel, inklusive der 40-minütigen Verletzungsunterbrechung samt Notarzt-Einsatz (siehe Info-Box). "Alle waren bis in die Nacht ziemlich aufgewühlt. Es hat länger gedauert runterzukommen als sonst", sagte Werscheck. Für ihn und vor allem seine Spieler war die Partie physisch aber auch psychisch hoch anspruchsvoll. So auch für Zuspieler Tom-Julius Werscheck. Der 22 Jahre alte Sohn des Trainers vertrat den verletzten Huib den Boer und musste als einzig verbliebener Zuspieler im Solinger Team komplett durchspielen.

Die Analyse seines Trainers dazu: "Die ersten beiden Sätze hat er super gespielt", sagte sein Vater. "Dann hat er einen kurzen Hänger gehabt." In dieser Phase handelte er sich eine berechtige Rote Karte ein und bekam einige technische Fehler abgepfiffen. "Das war voll in Ordnung", sagte Werscheck junior, den alle nur "TJ" nennen, nach dem Spiel. "Er hat sich total darüber geärgert", ergänzte der Papa. "Er hat sich aber wieder super gefangen und tolle Aufschlagserien mit einem Ass hingelegt." In den Auszeiten wurde der 22-Jährige immer wieder von den Boer gecoacht. Möglicherweise kann der 34-Jährige im März wieder auflaufen - je nachdem wie schnell sein Bänderriss (siehe Info-Box) heilt.

Insgesamt stehen jetzt "sechs Endspiele" an, wie Bernd Werscheck sagt. Den Beginn macht ein Doppelspieltag: Morgen (18.30 Uhr) ist mit dem SV Lindow-Gransee der Meister der vergangenen Saison und der aktuell Tabellenfünfte zu Gast. Nur gut 21 Stunden später reist mit dem VCO Berlin der Vierte an (Sonntag, 16 Uhr). Werscheck: "Lindow kann jeden schlagen, wenn sie einen guten Tage haben. Und Berlin ist richtig gut drauf. Das wird eventuell noch spannender als gegen Bitterfeld."

Quelle: RP
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