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Volleyball
Volleys verlieren erstmals in dieser Saison

Solingen. Der Zweitliga-Spitzenreiter erwischt bei VV Humann Essen einen rabenschwarzen Tag. Von Sonja Bick

Manchmal muss nach einer Niederlage gar nicht groß drumherum geredet werden: "Essen ist alles gelungen, uns nichts." So lautete die kurze und knappe Analyse von Volleys-Headcoach Bernd Werscheck einen Tag nach der mit 1:3 (23:25, 23:25, 25:23, 17:25) überraschend deutlichen Pleite bei VV Humann Essen und der damit verbundenen ersten Niederlage im zehnten Saisonspiel für den Spitzenreiter der 2. Volleyball-Bundesliga. "Deshalb bin ich auch gar nicht so sauer", erklärte der 54-Jährige. "Wir haben einfach verdient verloren."

Nach seinen beiden Siegen am vergangenen Wochenende war der Gastgeber aus dem Ruhrgebiet von Beginn an völlig befreit aufgetreten und spielte sich in der Folge in einen wahren Rausch. 7:11 hieß es aus Volleys-Sicht im ersten Durchgang, beim 16:16 war der Ausgleich gelungen. "Ich habe gedacht, jetzt bringen wir den Satz nach Hause", sagt Werscheck, der dann aber mitansehen musste, wie sein Team schnell wieder zurücklag (17:19) und Essen diesen Vorsprung ins Ziel rettete. Der zweite Satz verlief ähnlich - das Ergebnis war mit 23:25 dasselbe. Im dritten Durchgang schien sich eine Wende anzudeuten. Wieder lagen die Gäste zurück (14:16), gingen dann aber in Führung und brachten den Satz dieses Mal auch nach Hause. Die Wende sollte aber nicht mehr gelingen, denn der letzte Durchgang ging mit 17:25 verloren. "Da haben wir völlig den Nerv verloren", sagte der Headcoach, der zugeben musste, dass seine Mannschaft das gesamte Spiel über kein Mittel gegen grandios agierende Gastgeber gefunden hatte. Kurzfristig sorgte immerhin der Zuspieler-Wechsel, als Tom-Julius Werscheck für einige Zeit Huib den Boer ersetzte, für Erfolg.

Doch vor allem mit der unterirdischen Angriffsquote haderte der Solinger Trainer: "Wir haben fast alles in den Block geschlagen. Das bisschen, das vorbeiging, wurde abgewehrt. Meine Angreifer hatten einen rabenschwarzen Tag." Diagonalspieler Benny Nibbrig und Außenangreifer Oliver Gies, sonst zuverlässige und sichere Punktelieferanten, gelang kaum etwas. Daniel Wernitz, der ebenfalls über außen angreift, erging es nur wenig besser. "Hier fehlen uns Alternativen und vor allem natürlich Christian an allen Ecken und Enden", sagte Werscheck mit Verweis auf seinen besten Angreifer Christian Gosmann, der in den ersten Partien für unzählige Punkte sorgte, allerdings seit dem dritten Spieltag verletzt zuschauen muss. Lediglich über die Mitte - hier in Person von Thomas Stark und Dirk Pietzonka - kamen die Volleys regelmäßig zum Erfolg. So wurde letztgenannter auch als MVP seines Teams ausgezeichnet. Die schlechte Angriffsleistung übertrug sich allerdings auch auf die Abwehr. Werscheck: "Wir haben in vier Sätzen gefühlt drei Bälle geblockt."

Die Unsicherheit im Spiel der Volleys hatte sich bereits beim knappen 3:2-Sieg vor einer Woche gegen Delbrück angedeutet. Im Hinblick auf die drei Heimpartien in Folge gehe es jetzt darum, wieder in die Bahn zu finden, sagte der Coach.

Volleys: Bevers - den Boer, Gies, Wernitz, Stark, Pietzonka, Nibbrig, Werscheck, Ströbl, Güßgen, Walkenhorst, Renzelmann

Quelle: RP
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