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Eiskunstlauf
Weihnachtszauber diesmal sommerlich

Eiskunstlauf: Weihnachtszauber diesmal sommerlich
Ausdrucksstark: Die Eissterne des Solinger TB sind bereit für die 35. Auflage ihrer Weihnachtsgala am Freitag. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Bei ihrer 35. Weihnachtsgala entführen die Eissterne des Solinger Turnerbund das Publikum am Freitag nach Italien. Von Thomas Rademacher

Eigentlich feiert Philippe Carouge Jubiläum. Zum zehnten Mal würde der Eiskunstläufer bei der diesjährigen Gala des Solinger Turnerbund die Hauptverantwortung tragen. Doch der einstige Chef-Choreograph verteilte die Verantwortung auf mehrere Schultern. "Die Trainer haben die Choreographien diesmal selbst gemacht", erläutert der Solinger. "Ich musste schweren Herzens sogar auf meine eigene Kür verzichten." Zum ersten Mal seit 1989.

Grund dafür ist nicht etwa nachlassendes Interesse, sondern der Beruf. "Ich ziehe mit meinem Atelier für Braut- und Abendmode von Haan nach Düsseldorf und konnte deshalb einfach nicht genug aufs Eis." Doch Carouge ist begeistert, wie gut die Organisation auch weitestgehend ohne ihn funktioniert. Katharina Schotten hält die Fäden auf dem Eis zusammen, Stephanie von der Thüsen kümmert sich um alles, was neben der Fläche passiert. Die 35. Auflage des Weihnachtszaubers, der am kommenden Freitag in der Solinger Eissporthalle über die Bühne geht, ist mehr Teamarbeit denn je.

Das Motto hat Carouge aber noch persönlich ausgesucht: "Und die Musik habe ich auch zusammengeschnitten. Dafür habe ich tief in die Schatzkiste meiner Oma gegriffen". Das Motto ist ungewöhnlich sommerlich: "Bella Italia. Die Reise geht los". Mit dem Zug fahren die Eissterne durch Italien und führen an den unterschiedlichsten Städten und Stopps ihre Gruppennummern und Einzelküren auf. Dazu werden Lieder, wie "Zwei kleine Italiener" von Conny Froboess oder "Komm ein bisschen mit nach Italien" von Peter Alexander und Caterina Valente erklingen. "Das sind natürlich Songs, die sogar für unsere Eltern schon Klassiker waren", erläutert Carouge.

Darüber hinaus hält er sich diesmal zurück. "Nur bei einer Gruppennummer wird Philippe auf dem Eis stehen - allerdings für das Publikum nicht zu erkennen", sagt Stephanie von der Thüsen, die bereits seit 31 Jahren auf dem Eis steht und beim STB seit 13 Jahren dabei ist. Mit dem Ablauf der Generalprobe ist die Trainerin sehr zufrieden: "Es hat erstaunlich gut geklappt". Nur einen kompletten Durchlauf absolvieren die Eissterne vor der Aufführung. "Unter der Woche trainieren die Gruppen wieder für sich."

Die Aufregung bei den vier bis 30-jährigen Eissternen ist natürlich groß. Speziell, weil diesmal auch einige der Jüngsten kurze Soloküren laufen. "Das hat es in dieser Form noch nicht gegeben", meint von der Thüsen. Shannon Tichy und Dana König sind zwei der Jüngsten, die auch mit Einzeldarbietungen das Publikum in ihren Bann ziehen wollen. "Wir sind schon aufgeregt", sagt die 13-jährige Tichy. "Hinterher fallen wir noch hin oder laufen falsch. Das wäre ja dann peinlich." Sie ist bereits zum siebten Mal beim Weihnachtszauber dabei, aber dass sie auch alleine läuft, ist eine Premiere. Das Gleiche gilt für die zehnjährige Dana König: "Ich laufe zum fünften Mal bei der Gala aber zum erstmals außerhalb eines Wettkampfs alleine". Die Weihnachtsgala hat stets einen hohen Stellenwert bei den Eissternen - nicht zuletzt, weil dort traditionell viele Besucher zuschauen.

Deshalb hofft auch Stephanie von der Thüsen erneut auf gute Zuschauerzahlen bei der Veranstaltung am ersten Adventswochenende. "1000 hätten wir schon gerne da", sagt die erfahrene Eiskunstläuferin, die auch selbst auf dem Eis zu sehen sein wird.

Quelle: RP
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