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Volleyball
"Wir sind in jedem Fall konkurrenzfähig"

Volleyball: "Wir sind in jedem Fall konkurrenzfähig"
Volleys-Trainer Arno van Solkema ist gerne in Solingen, auch wenn er Freunde und Familie aus den Niederlanden vermisst. FOTO: Michael Linder
Solingen. Der Trainer der Solingen Volleys sieht sein Team vor dem Start in die erste Saison der ersten Bundesliga gut gerüstet. Von Sonja Bick

Es ist ein wilder Sprachmix, der durch die Sporthalle der Friedrich-Albert-Lange-Schule dringt. Mal Englisch, dann wieder Deutsch - und auch Niederländisch ist zu hören. Die zwölf Spieler der Solingen Volleys befinden sich in den letzten Zügen ihrer Vorbereitung auf die Premieren-Saison in der Ersten Volleyball-Bundesliga, die am Samstag mit der Partie in Lüneburg beginnt. Mittendrin natürlich Headcoach Arno van Solkema.

Wie klappt es mit Ihrem Deutsch?

van Solkema Es wird von Tag zu Tag ein wenig besser. Ich versuche viel Deutsch zu sprechen - auch im Training. Weil Ziga Zupanc gerade erst Deutsch lernt, sprechen wir aber auch Englisch. Und mit Huib den Boer (Anmerkung der Redaktion: Der Zuspieler ist ebenfalls Niederländer) kann ich mich natürlich auf Holländisch unterhalten.

Sie sind seit fast zwei Monaten in Solingen. Haben Sie die Stadt schon ein wenig kennengelernt?

van Solkema Ich gehe ab und zu essen oder spazieren. Und ich kaufe bei Kaiser's oder Aldi ein - viel mehr habe ich bislang leider noch nicht gesehen. Wir haben an fünf Tagen Training. Deshalb verbringe ich die meiste Zeit in der Sporthalle oder im Fitnessstudio. Und ein bis zwei Tage pro Woche war ich bei meiner Familie in Holland.

Kapitän Oliver Gies stellt die Solingen Volleys vor FOTO: Linder/Volleys

Haben Ihre Frau und Ihre beiden Kinder Sie schon besucht?

van Solkema Noch nicht. Aber ich werde bald von einer kleinen Wohnung in ein großes Appartement an der Weyerstraße ziehen. Dann werden sie mich besuchen. Dort möchte ich zusätzlich einen Klubraum einrichten, um mit allen Spielern oder beispielsweise nur den Mittelblockern Videoanalysen oder Besprechungen durchführen zu können oder um sich einfach mal in lockerer Atmosphäre zu treffen. Selbstverständlich wird dort auch eine Spielekonsole stehen.

Etwa acht Wochen Vorbereitung liegen hinter Ihnen. Ihr Fazit?

van Solkema Ich habe lieber zehn Wochen Zeit zur Verfügung. Aber dennoch bin ich zufrieden. Wir haben sehr gut gearbeitet: Grundlagen wie Ausdauer und Kraft, dazu Technik und eine neue Taktik. Auch die Routine auf dem Spielfeld kommt langsam. Und späte Zugänge wie Maxi Horn und Christoph Marks haben sich gut eingefunden. Wir haben auf jeder Position einen gesunden Konkurrenzkampf und zudem Spieler, die vielfältig einsetzbar sind - wie etwa Christian Gosmann als Diagonal- und Außenangreifer. Zudem haben wir eine super Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern.

Was macht Ihr Team noch aus?

Van Solkema Was mir gut gefällt ist, dass die Mannschaft sehr gut zu trainieren ist. Die Spieler setzen meine Pläne um und sind offen für die neue Taktik. Wir arbeiten sehr gut zusammen, haben aber auch Spaß und reden viel. Und da machen nicht nur die älteren Spieler wie Olli Gies oder Huib den Boer den Mund auf. Ich habe unserem Libero Lennart Bevers gesagt, er trägt die Verantwortung in Annahme und Abwehr. Obwohl er erst 23 Jahre alt ist, kommuniziert er viel mit den anderen Jungs.

Wo gab es noch Nachholbedarf?

van Solkema Die Spieler müssen wie Volleyball-Profis denken. Dazu gehören unter anderem Disziplin und Pünktlichkeit. Und wir müssen daran arbeiten, unseren Bekanntheitsgrad in Solingen und in der Region zu erhöhen.

Was denken Sie, wie werden sich die Volleys in ihrer ersten Saison in der Ersten Liga schlagen?

van Solkema Wir sind in jedem Fall konkurrenzfähig. Ich erwarte, dass wir durchaus in der Lage sind, fünf bis sechs Teams zu besiegen. Aber man muss abwarten wie sich alles entwickelt. Nach vier bis fünf Spieltagen kann man mehr sagen. Zudem haben wir ein schweres Auftaktprogramm mit vier Spielen in acht Tagen: die Partie in Lüneburg, das Pokal-Achtelfinale und der Doppel-Spieltag in Berlin - da bleibt kaum Zeit zum Erholen, und wir müssen immer auswärts antreten. Aber ich schaue nicht gerne auf andere, sondern konzentriere mich lieber auf uns: Wir müssen positiv sein, uns kontinuierlich verbessern und unsere Emotionen, Taktik und so weiter unter Kontrolle haben.

Sie haben ein Hollandrad mit nach Solingen gebracht. Sind Sie schon damit gefahren?

van Solkema Ich hatte bislang keine Zeit zum Fahren und hatte das Rad eigentlich für meinen Sohn mitgebracht. Aber mit drei Gängen ist es bei den ganzen Bergen ja auch nicht so einfach. Deshalb würde ich irgendwann gerne ein Mountainbike haben, um durch die Wälder zu fahren.

Gibt es etwas, das Sie neben Ihrer Frau und Ihren Söhnen am meisten vermissen?

van Solkema Meine beiden Hunde und meine Brüder fehlen mir natürlich auch - und meine Freunde. Zu ihnen habe ich über das Internet viel Kontakt. Alle paar Wochen hatten wir zu Hause einen Freunde-Abend, bei dem wir alle Probleme bei einem Bier gelöst haben. So etwas vermisse ich. Aber ich bin gerne in Solingen: Hier arbeite ich daran, mit den Volleys eine feste Größe in der Bundesliga zu werden.

 

Quelle: RP
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