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Lokalsport
"Wir stehen vor einem Scherbenhaufen"

Lokalsport: "Wir stehen vor einem Scherbenhaufen"
FOTO: Kempner, Martin (mak)
Solingen. Vor dem Saisonfinale sind die Drittliga-Handballerinnen des HSV Gräfrath nahezu abgestiegen. Hoffnung macht lediglich eine "Geister-Relegation". Ein Umbruch steht in jedem Fall bevor. Spielmacherin Caluzynska verlässt den Klub. Von Lars Hepp

Ernie Meyer ist als Trainer in den vergangenen Jahren genug herumgekommen und kann die derzeitige Situation bei den Drittliga-Handballerinnen des HSV Gräfrath bestens einschätzen. "Sicherlich ist rechnerisch noch alles möglich. Doch so wahrscheinlich der erste Saisonsieg von Kriftel ausgerechnet gegen Recklinghausen ist, so wahrscheinlich ist von uns ein Erfolg über den Tabellenzweiten aus Lintfort", gibt sich der A-Lizenz-Inhaber keinen Illusionen hin. Vielmehr wollen die Gräfratherinnen den Fokus auf die eigene Leistung richten und am Samstag (17 Uhr) dem Spitzenteam aus dem westlichen Ruhrgebiet die bestmögliche Gegenwehr liefern. "Und das wird schon schwer genug. Lintfort braucht noch mindestens einen Punkt, um die Vizemeisterschaft klarzumachen. Die werden bei uns noch einmal richtig Gas geben", ist sich Meyer sicher.

Nach der mehr als enttäuschenden Niederlage im Kellerduell beim PSV Recklinghausen (17:33) vor Wochenfrist scheint der Zug in Richtung dritte Liga ein für alle Mal abgefahren. Unter der Woche kam nun aber heraus, dass neben dem Tabellenzehnten auch der Elfte eine Relegationsrunde spielen wird. "Es gibt im Moment noch viele Mannschaften, die keine Ligazugehörigkeit haben oder sich nicht im Klaren sind, in welcher Klasse sie starten wollen", sagt Stefan Bögel, der ab der neuen Saison Geschäftsführer der neuen GmbH des HSV werden wird. In dieser "Geister-Relegation" treffen die Gräfratherinnen - vorausgesetzt man bleibt Elfter - am 5. und 8. Mai auf den ESV 1927 Regensburg oder die HSG Sulzbach/Leidersbach. "Die Mannschaft hat sich in einer Sitzung dafür ausgesprochen, unbedingt diesen Strohhalm noch ergreifen zu wollen", so Bögel weiter. Im Idealfall gewinnt der HSV diesen Vergleich aus Hin- und Rückspiel und profitiert von einem Drittliga-Verzicht einer anderen Mannschaft. "Wir wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen", betont Bogel, um gleich nachzuschieben: "Wir stehen so oder so vor einem Scherbenhaufen und müssen nun das Beste daraus machen. Eins ist nur festzuhalten, dass der Verein HSV Gräfrath mit diesem Niedergang nichts zu tun hat."

Parallel zum sportlichen Tagesgeschäft laufen derzeit die Gespräche mit den Spielerinnen. Die polnische Spielmacherin Kamila Caluzynska wird nach vier Jahren Gräfrath verlassen, Bögel will in der nächsten Woche erste Tendenzen und Verlängerungen vermelden. Ein Gerüst an Spielerinnen steht in jedem Fall schon in den Startlöchern, komplettiert wird das Team mit den ambitionierten Kräften aus der zweiten Mannschaft. Meyer selber würde für einen Neuaufbau in der Oberliga zur Verfügung stehen, der als Jugendkoordinator gekommene Jörg Hermes würde im sportlichen Idealfall in der dritten Liga das Sagen haben.

Wie eine Besetzung der zweiten Mannschaft unter Umständen in der Verbandsliga aussehen würde, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar und für die Verantwortlichen zu weit weg. "Es gibt nach wie vor viele offene Fragen. Zunächst wollen wir uns aber auf die anstehenden Aufgaben konzentrieren. Damit hat die Mannschaft schon genug zu tun. Wir wollen uns auf jeden Fall mit einer ansprechenden Leistung aus der regulären Runde verabschieden", sagt Meyer abschließend.

Quelle: RP
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