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Fußball
Zwei Ansichten zum Saisonfinale

Fußball: Zwei Ansichten zum Saisonfinale
Necati Ebrem möchte sein Engagement für den BSC Union morgen mit dem Klassenerhalt krönen. FOTO: Stephan Köhlen (Archiv)
Solingen. Der etwas andere Vorbericht zum Stadtderby zwischen dem vom Abstieg bedrohten BSC Union und dem VfB Solingen.Die SG Vatanspor beendet die Saison mit einem Heimspiel gegen Schwarz-Weiß Düsseldorf. Der SV DITIB hat spielfrei. Von Michael Tesch

Von Thomas Rademacher

Am Sonntag fällt also die Entscheidung, ob der BSC Union den Gang in die Kreisliga antreten muss. Aus eigener Kraft kann der Ohligser Traditionsverein die Liga nur halten, wenn er gegen den VfB gewinnt - ausgerechnet gegen den Verein, mit dem die Union im vergangenen Sommer eine Fusion ablehnte. Jetzt haben die Baverter die Chance, dem Lokalkonkurrenten dafür eine Lektion zu erteilen. So ist mit einer, sagen wir einmal, nachlässigen Spielweise nicht zu rechnen. Uwe Rütjes hat dies unlängst klargestellt. "Wäre der Verein die Fusion mit uns eingegangen, hätte er sich dieses Entscheidungsspiel ersparen können", so der VfB-Coach. "Die Union hat dem Solinger Fußball eine Riesenchance verbaut. Jetzt braucht sie von uns auch nichts zu erwarten."

Ali Soysal (Ex-BSC Union) FOTO: Kempner Martin

Und ja, Rütjes hat Recht. Eine Bündelung der Kräfte ist im Solinger Fußball längst überfällig. Das hat auch diese Saison erneut bewiesen. Kein Klub spielt höher als in der Bezirksliga, und in der hatte der VfB nur Minimalchancen auf den Sprung in die Landesliga. Solingens Fußball-Landschaft dümpelt seit dem Niedergang der Union vor sich hin. Die ausgelassene Möglichkeit zur Fusion, die Vereinsvorsitzender Rüdiger Niederberger in der damaligen Mitgliederversammlung entscheidend mit verhinderte, ist nur ein weiterer Beleg dafür, dass die Herzen zwar blau-gelb schlagen mögen, aber kein Blick für die Realität vorhanden ist. Das ist schade. Denn, wenn mehr Fußballinteressierte in der Klingenstadt an einem Strang ziehen würden, könnte aus dem vorhandenen Material eine starke Mannschaft gegründet werden, die Potenzial hätte, von hiesigen Unternehmen unterstützt zu werden - und auch wieder interessant für gute Fußballer aus dem Umland wäre. So aber denkt jeder weiter nur an seinen Verein, und es ist nur verständlich, dass Rütjes jetzt nichts von Schützenhilfe hören möchte.

Den Abstieg hat die Union nach dieser turbulenten Saison mit drei verschiedenen Trainern ohnehin verdient. Ob es dazu kommt ? Die einzige Hoffnung der Ohligser wird es sein, dass die Konkurrenz aus Hösel und Hilden ebenfalls verliert. Die beiden Teams, die hinter der Union platziert sind, müssen nämlich gegen den TSV Eller beziehungsweise den TV Dabringhausen ran - ausgerechnet die beiden liefern sich ein Fernduell um den zweiten Platz, der zur Teilnahme an der Relegation berechtigt.

Marc Schmale (Ex-BSC Union). FOTO: Kempner Martin

Von Michael Tesch

Was für eine Saison für den BSC Union - bislang. Ja, man kann ruhig sagen: was für eine Chaos-Saison. Und doch wird sie ein gutes Ende nehmen. Warum? Vor der Antwort erst einmal ein kleiner Rückblick, um die Talfahrt der Blau-Gelben zu verstehen. Nach der gescheiterten Fusion mit dem VfB Solingen befürchteten viele, dass es die Union in dieser Saison sehr schwer haben würde. Doch überraschend gelang es Trainer Ali Soysal, eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen, die in den Vorbereitungsspielen auch zu überzeugen wusste.

Uwe Rütjes (VfB). FOTO: mak (Archiv)

Doch dann geschah das besonders für die erwartungsfrohen Union-Fans schmerzliche Erwachen in der Meisterschaft. Mitte Oktober trat Soysal zurück - nach neun Spielen, zehn geholten Punkten und auf dem 14. Tabellenrang. Co-Trainer Marc Schmale übernahm und der setzte auch gleich ein Zeichen mit einem 2:1 Erfolg beim Spitzenteam TV Dabringhausen. Bis zu seinem Abschied Mitte März holte Schmale allerdings keinen Punkt mehr. Union-Chef Rüdiger Niederberger zog die Reißleine und Necati Ebrem übernahm die Mannschaft auf dem 16. Tabellenplatz (13 Punkte). Zu diesem Zeitpunkt galten die Ohligser als sicherer Absteiger. Zumal dem neuen Coach aufgrund von zwischenzeitlichen Abgängen sowie Verletzten nur noch ein Mini-Kader für die Mission Klassenerhalt zur Verfügung stand.

Womit wir nun endlich beim "warum" wären. Ebrem gab den verunsicherten Spielern Selbstvertrauen und den Glaube an den Klassenerhalt zurück - mit zählbarem Erfolg. Vor dem letzten Spieltag steht die Union auf einem Nicht-Abstiegsrang - mit zwei Punkten Vorsprung auf die Konkurenten Hösel und Sp.-Vg. Hilden 05/06. Zudem spricht die Konstellation des Finales klar für die Union. Denn Eller und Dabringhausen werden sich im Kampf um Platz zwei, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation berechtigt, keine Blöße geben - Dabringhausen in Hilden, Eller in Hösel. Aber wer Necati Ebrem kennt, weiß: so rechnet der Trainer nicht. Ebrem will den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen - durch einen Sieg im Stadtderby. Gut, dass der Coach auch 2016/17 am Brabant arbeitet.

Quelle: RP
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