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Was Nebenan Passiert
Stadiongelände: Baustart nicht vor 2017

Was Nebenan Passiert: Stadiongelände: Baustart nicht vor 2017
Das Union-Stadion soll moderner Wohnbebauung weichen. Dort, wo früher tausende Fans die Fußballer anfeuerten, wuchern inzwischen Pflanzen. FOTO: mak
Solingen. Einstimmig segnete die Bezirksvertretung den leicht geänderten Bebauungsplan für das Stadion-Areal am Hermann-Löns-Weg ab und machte den Weg frei für die Beteiligung der Öffentlichkeit. Von Alexander Riedel

Die Referenten gaben sich alle Mühe, die Bedenken der Gäste zu zerstreuen: Fast zwei Stunden behandelte die Bezirksvertretung Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid in ihrer Sitzung im Diakonischen Werk Bethanien die Wohnbebauung am Hermann-Löns-Weg. Am Ende stand ein einstimmiger Beschluss der Stadtteilpolitiker für den Vorentwurf zum Flächennutzungs- und Bebauungsplan sowie für die notwendige Beteiligung der Öffentlichkeit.

Die soll nach dem Willen der Bezirksvertreter noch über das übliche Maß hinaus gehen. Denn neben der Infoveranstaltung im Stadtteil und der einen Monat andauernden Auslegung der Entwürfe im Rathaus gab die Politik der Verwaltung weitere Forderungen mit auf den Weg: So sollen die Pläne auch im Ohligser Bürgerbüro zu sehen sein. Zudem sollen Gäste des Infoabends, der in einigen Wochen möglicherweise in der OTV-Halle stattfinden wird, im Anschluss an die Veranstaltung mit Mitarbeitern der Verwaltung über Detailfragen sprechen können. Karl-Heinz Schmidt, Leiter des Stadtdienstes Planung, Mobilität und Denkmalpflege, kündigte überdies an, die Bürger im Umkreis des alten Stadion-Geländes unter anderem auch durch Postwurfsendungen über die Planungen zu informieren. Zuvor hatten Schmidt, Sonja Häcker, Abteilungsleiterin für Mobilität und generelle Planung, und Jean-Marc Stuhm vom Büro Stadtverkehr Stellung zu vielen Fragen genommen. Vor allem das Verkehrsaufkommen und die Parkplatzsituation beschäftigt etwa die Bürgerinitiative "Bison".

"Wir werden bei der zu erwartenden Verkehrsmenge keine Probleme mit der Abwicklung haben", stellte Häcker klar. Stadtplaner Stuhm erläuterte, dass durch die vorgesehenen 115 Wohneinheiten selbst nach pessimistischer Rechnung nur ein Zuwachs an Fahrzeugen um knapp 12 Prozent am Hermann-Löns-Weg zu erwarten sei. Die stündliche Belastung liege auch dann noch bei deutlich unter 400 Autos pro Stunde. Um den reinen Durchfahrtsverkehr künftig zu unterbinden, schlug Stuhm Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung wie Engstellen und Aufpflasterungen vor. Versetzte Parkplätze sollen die Abstimmung entgegenkommender Autos erleichtern und das Rasen durch die Engstellen unterbinden.

Für zusätzliche Entlastung könnte eine Stichstraße am Stadionparkplatz sorgen, die im ursprünglichen Entwurf nicht enthalten war. Auf Anregung eines Anwohners versprach Stuhm, auch eine unfreiwillige "Rennstrecke" auf einem Teilstück der Teichstraße zwischen Theodor-Storm- und Ludwig-Richter-Weg noch einmal unter die Lupe zu nehmen: "Wir gucken uns an, ob auch hier verkehrsberuhigende Maßnahmen Sinn machen."

Auch in puncto Parkplätze hatten die Fachleute gute Nachrichten: Einige Flächen seien kaum ausgelastet, und es sind öffentliche Stellflächen vorgesehen. "Wir haben im Wohnpark eine höhere Parkplatzquote als sonst", sagte Karl-Heinz Schmidt. Zudem haben die Planer für die ersten beiden Jahre nach Entstehung dem Bau Abstand von der Bebauung des Parkplatzes Waldfriedhof genommen. Zu schnell müssen die Anwohner ohnehin nicht mit Veränderungen rechnen: Mit einem Baustart ist laut Investor nicht vor 2017 zu rechnen.

Quelle: RP
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