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Solingen
Stadiongutachten: Grünes Licht für Häuser

Solingen: Stadiongutachten: Grünes Licht für Häuser
Die Tage des alten Union-Stadions in Ohligs sind gezählt. Ein neues Gutachten zur Bodenbeschaffenheit kommt zu dem Schluss, dass Wohnbebauung auf dem Areal unproblematisch ist. FOTO: Jürgen Moll
Solingen. Der Plan, anstelle des alten Union-Stadions in Ohligs 67 Wohnhäuser zu errichten, schreitet weiter voran. Eine Studie besagt jetzt, dass der Boden unter dem Stadion dafür geeignet ist. Von Martin Oberpriller

Das Ende des Union-Stadions am Hermann-Löns-Weg rückt immer näher. Ein neu erstelltes Gutachten zur Bodenbeschaffenheit unter der Arena kommt zu dem Ergebnis, dass einer Bebauung des Geländes am Rande der Ohligser Heide nichts im Weg steht. Nach Informationen unserer Redaktion eignen sich sowohl der Untergrund des Traditions-Stadions selbst als auch der Boden unter dem benachbarten Kunstrasenplatz zur Errichtung neuer Wohnhäuser.

Damit ist erneut eine wichtige Hürde genommen, um anstelle der Sportanlagen 67 Einfamilien- sowie sechs Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 115 Wohneinheiten zu schaffen. Bis zum Jahr 2020 will der Investor BPD Immobilienentwicklung mit Sitz in Köln eines der größten Bauvorhaben der zurückliegenden Jahre im Solinger Westen realisieren.

Nach den Osterferien werden sich die Vertreter von BPD sowie der Stadt Solingen ein nächstes Mal treffen. Dann wird das weitere Vorgehen in Sachen Wohnbebauung auf dem Stadiongelände besprochen. Das bestätigte jetzt der beim Bauträger zuständige Projektentwickler Joachim Siepmann auf Anfrage unserer Redaktion. Zu dem neuen Gutachten wollte sich Siepmann indes noch nicht äußern. Zunächst gelte es, alle Ergebnisse der Studie auszuwerten. Dies geschehe aktuell, hieß es bei BPD.

So könnten Teile der Häuser aussehen, die bis zum Jahr 2020 am Hermann-Löns-Weg in Ohligs gebaut werden sollen. FOTO: Mak (Archiv)

Die Immobiliengesellschaft hatte im Frühjahr des vergangenen Jahres das Wohnpark-Projekt von dem ersten Investor Viantis AG übernommen und den Kauf des rund 35.000 Quadratmeter großen Areals von der Stadt einige Monate später notariell beglaubigen lassen. Trotzdem blieben zur Bodenbeschaffenheit zunächst noch offene Fragen, auf die ein früheres Gutachten nach Ansicht von BPD keine ausreichenden Antworten geliefert hatte. So galt es etwa festzustellen, inwieweit das Gelände mit umweltschädlichen Stoffen belastet ist. Und zudem gab es an einigen Stellen Unklarheiten über die Tragfähigkeit des Geländes.

Solche Zweifel erscheinen aber durch die zweite Bodenstudie inzwischen hinreichend ausgeräumt, so dass dem anvisierten weiteren Zeitplan nun nichts mehr im Wege steht. Nachdem bereits im Dezember 2015 die Abgabefrist für Anregungen zum Bauvorhaben für Bürger endete, liegt im Frühsommer des laufenden Jahres der nächste wichtige Termin an. Möglichst noch im Juni soll die öffentliche Vorlage des Auslagebeschlusses erfolgen, damit die BPD Immobilienentwicklung im Herbst - sowie nach dem entsprechenden Satzungsbeschluss durch die Solinger Politik - ihren Bauantrag für das Projekt stellen kann.

Dieser dürfte eine Bearbeitungszeit von ungefähr drei Monaten in Anspruch nehmen, was bedeutet, dass mit einem Abriss des alten Union-Stadions für das Frühjahr 2017 zu rechnen ist. Direkt danach wäre es dann möglich, mit den Bauarbeiten an den neuen Wohnhäusern zu beginnen, von denen die ersten im Sommer 2018 bezugsfertig sein sollen.

Ein Szenario, das bei den alteingesessenen Anwohnern des Hermann-Löns-Weges allerdings nach wie vor für einige Skepsis sorgt. Denn etliche von ihnen befürchten, dass sich die Verkehrssituation in ihrem bislang eher ruhigen Wohnquartier nach dem Einzug der neuen Nachbarn spürbar verschlechtern könnte. Der Grund: Der Plan des Investors ist es, nicht allein das Stadiongelände sowie den dahinter liegenden Kunstrasenplatz zu überbauen. Auf dem alten Stadion-Parkplatz am Hermann-Löns-Weg sollen ebenfalls neue Wohnhäuser entstehen.

Die Stadt teilt solche Bedenken nicht, da ein Verkehrsgutachten im Herbst vergangenen Jahres zu dem Ergebnis gelangt war, die Verkehrs- und Parksituation bleibe beherrschbar. Dies wird jedoch von den Anwohnern wegen der dem Gutachten zugrundeliegenden Methodik angezweifelt.

Gleichwohl dürfte gerade die neue Studie zur Bodenbeschaffenheit unter dem Stadion im Rathaus für Erleichterung sorgen. Denn sollte es am Hermann-Löns-Weg vorangehen, stünde dem Bebauungsplan für den Ersatz-Kunstrasenplatz im Josefststal nichts mehr im Wege. Und dies ist wiederum auch wichtig, weil an diesem Bebauungsplan die zukünftige Entwicklung des geplanten Freizeitparks auf dem alten Freibad-Gelände in Aufderhöhe hängt.

Quelle: RP
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