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Solingen
Stadt begrüßt neue "Bufdis"

Solingen: Stadt begrüßt neue "Bufdis"
Kathrin Peters (l.) und Gwendolyn Sperling stehen während ihres Bundesfreiwilligendienstes Kindern der Albert-Schweitzer-Schule zu Seite, "Bufdi"Henning König Schülern des Humboldt-Gymnasium. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. 63 Männer und Frauen treten ihre Arbeit im Bundesfreiwilligendienst an - in Altenzentren, Schulen oder in Stadtdiensten. Von Alexander Riedel

Die Motivationen sind genauso unterschiedlich wie die Tätigkeitsfelder: Während die Einen nach dem Schulabschluss Zeit gewinnen wollen, um den richtigen Beruf zu finden, haben andere ihren Einsatzort im Bundesfreiwilligendienst bewusst ausgewählt, um ihr späteres Arbeitsgebiet schon einmal genauer kennenzulernen. Letzteres etwa trifft auf Kathrin Peters (19) zu. Die Abiturientin wird in den nächsten zwölf Monaten an der Albert-Schweitzer-Schule Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf von morgens bis in den Nachmittag hinein betreuen. "Darunter sind zum Beispiel Schüler mit einer Lernschwäche oder mit Down-Syndrom", erklärt Peters, die nach dem einjährigen Dienst Erziehungswissenschaften studieren will.

Ein klares Ziel verbindet auch ihre künftige Kollegin Gwendolyn Sperling mit ihrer freiwilligen Arbeit mit behinderten Kindern: "Ich habe schon einmal ein Praktikum in einer Kindertagesstätte gemacht und möchte soziale Arbeit studieren", verrät die 18-Jährige, die am Gymnasium Vogelsang ihr Fachabitur ablegte.

Von den 63 jungen Männern und Frauen, die Oberbürgermeister Norbert Feith und Andreas Kramme vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben gestern im Kammermusiksaal des Theaters begrüßten, kamen fast alle direkt von der Schule. Auch einige Minderjährige waren darunter. Und für Henning König (20) soll der schulische Weg nach dem sozialen Dienst noch weiter gehen: "Ich möchte anschließend mein Abitur nachholen", erzählte der ehemalige Schüler der Friedrich-Albert-Lange-Gesamtschule, der derzeit einen Realschulabschluss besitzt. "Ein Freund von mir hat ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht. Das hat mich auf die Idee gebracht, mich für den Bundesfreiwilligendienst zu melden", berichtet König. Er kümmert sich nun am Humboldtgymnasium um Schüler mit schweren Behinderungen. Zu den weiteren Einsatzorten der "Bufdis", wie die Dienstleister abgekürzt genannt werden, gehören unter anderem Kindergärten, Altenzentren, die Wilhelm-Hartschen-Schule, die Stadtbibliothek, der Stadtdienst Natur und Umwelt - und sogar das Büro des Oberbürgermeisters.

Grundsätzlich können den freiwilligen Dienst, der nach der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 an die Stelle des Zivildienstes rückte, alle Interessierten nach dem Ende ihrer Pflichtschulzeit ausüben - und damit ihrem Berufsleben auch eine Wendung geben: So berichtete Andreas Kramme im Kammermusiksaal vom Werdegang eines 35-jährigen Kaufmanns, der kurzerhand eine freiwillige Aufgabe in einem Krankenhaus übernommen und schließlich seine wahre Berufung darin entdeckt habe, anderen Menschen zu helfen. Doch selbst wer nach dem freiwilligen Dienst an einer sozialen Einrichtung andere Berufsziele verfolge, betonte Kramme, könne wertvolle Erfahrungen mit ins weitere Leben nehmen.

Quelle: RP
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