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Solingen
Stadt bewirbt ihre Friedhöfe

Solingen: Stadt bewirbt ihre Friedhöfe
Andreas Brühne und Norbert Motzfeld (l.) von der Stadt vor der Kapelle mit dem Glockenturm des Unterburger Friedhofes, den Solingen von der evangelischen Gemeinde Wermelskichen übernommen hat. FOTO: Martin Kempner
Solingen. Einmal im Monat werden die Technischen Betriebe (TBS) Anzeigen in Tageszeitungen schalten. Zudem will die Stadt auf dem neuen kommunalen Burgfriedhof mehr Grabarten anbieten. Von Alexander Riedel

Rund sechs Wochen sind vergangen, seit die evangelische Gemeinde Wermelskichen den Friedhof in Unterburg an den Teilbetrieb Grün der Technischen Betriebe Solingen (TBS) übergab. Seitdem fand auf der idyllisch gelegenen Fläche an der Solinger Straße allerdings erst eine Beerdigung statt. Dabei soll der Friedhof künftig nicht nur Einwohnern von Unterburg, sondern auch jenen aus dem Umfeld von Krahenhöhe und Dorp als letzte Ruhestätte dienen - unabhängig von ihrem religiösen Bekenntnis. "Natürlich gilt das Angebot weiterhin genauso für die Wermelskirchener", betont Andreas Brühne, Sachgebietsleiter Friedhöfe bei den TBS.

Auch die anderen kommunalen Friedhöfe werden von Einwohnern der Nachbarstädte genutzt - so gibt es etwa in Ohligs Gräber von Hildenern und Haanern und in Gräfrath von Bürgern aus Wuppertal-Vohwinkel. Einen weiteren Friedhof betrieb die Stadt bislang in unmittelbarer Nachbarschaft zur neu erworbenen Fläche an der Solinger Straße. Der ist allerdings sehr klein, schlecht erreichbar und verfügt nicht über eine Kapelle.

"Die letzte Bestattung gab es dort im Jahr 2009", berichtet Andreas Brühne. Die Pflege will die Stadt auslaufen lassen. Der frühere evangelische Friedhof indes soll künftig eine größere Palette an Grabarten anbieten: Dazu gehören neben den klassischen Sarggräbern auch Urnengemeinschafts- und Baumgräber.

"In der nächsten Zeit werden wir Kolumbarien planen und Gemeinschaftsgrabstellen anlegen", erklärt TBS-Teilbetriebsleiter Norbert Motzfeld. Der Trend gehe inzwischen deutlich zu den günstigeren Urnengräbern, berichtet Brühne: Deren Anteil mache inzwischen 80 Prozent aus gegenüber 20 Prozent bei Sargbestattungen. "Das war in den 1970er Jahren noch genau umgekehrt", erläutert er. Auch Bestattungen im Begräbniswald am Rande des Friedhofs sind in Unterburg vorgesehen. "Dort wollen wir so wenig wie möglich verändern, weil es den Menschen wichtig ist, unberührte Natur vorzufinden", sagt Motzfeld.

Rund ein Drittel der 2000 bis 2500 Menschen, die pro Jahr in Solingen sterben, wird auf den kommunalen Friedhöfen beerdigt. Die übrigen Begräbnisse finden auf den 17 kirchlichen Anlagen statt. Um auf die Möglichkeiten unterschiedlicher Bestattungsformen und die ästhetische Gestaltung ihrer Friedhöfe aufmerksam zu machen, will die Verwaltung künftig einmal im Monat Anzeigen in Solinger Zeitungen schalten.

Einige Familien hätten sich bereits Kolumbarien, nischenartige Urnengräber, reservieren lassen, berichtet Brühne: "So lange die Menschen nicht mit einem direkten Sterbefall konfrontiert sind, fällt es natürlich immer leichter, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen."

Quelle: RP
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