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Solingen
Stadt erwartet bis zu 600 Flüchtlinge

Solingen: Stadt erwartet bis zu 600 Flüchtlinge
Leere Betten im DRK-Flüchtlingsdorf. Doch dieses Bild gehört bald der Vergangenheit an. In den nächsten Tagen werden wieder Menschen einziehen. FOTO: Mak
Solingen. Henry-Dunant-Dorf in Ohligs steht zurzeit leer - aber nur bis Weihnachten. Von Martin Oberpriller

14 Tage herrschte relative Ruhe. Doch inzwischen laufen die Arbeiten im Henry-Dunant-Dorf des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wieder auf Hochtouren. Denn nachdem die größte Flüchtlingsunterkunft Solingens in den vergangenen zwei Wochen überhaupt nicht belegt war, hat das Land NRW nun für die Weihnachtsfeiertage die Ankunft von mehreren hundert weiteren Flüchtlingen angekündigt. Die Männer, Frauen und Kinder werden im Zuge der sogenannten Amtshilfe bei der Erstaufnahme von der Stadt für das Land aufgenommen und sollen dementsprechend in den dafür vorgesehen Einrichtungen untergebracht werden.

Diese Unterkünfte waren zuletzt nur noch wenig beziehungsweise gar nicht benutzt worden. So leben augenblicklich in der vom Land betriebenen Unterkunft im alten Finanzamt an der Goerdelerstraße in Mitte rund 80 Flüchtlinge. Und das erst Anfang November eröffnete DRK-Flüchtlingsdorf an der Monhofer Straße in Ohligs steht seit zwei Wochen sogar ganz leer.

Ein Umstand, den weder Stadt noch DRK zu verantworten haben. "Die Belegung hängt immer von den Zuweisungen durch das Land ab", sagte gestern eine Sprecherin des Solinger Roten Kreuzes auf Anfrage unserer Redaktion. Im November waren zunächst 120 Menschen, die zuvor in der Einrichtung im alten Schulgebäude an der Zweigstraße gelebt hatten, nach Ohligs verlegt worden. Doch diese Flüchtlinge wurden später im Rahmen einer weiteren Verteilung in andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen geschickt, so dass in den Zelten an der Monhofer Straße fortan gähnende Leere herrschte.

Gleichzeitig war es der Stadt aber nicht möglich, längerfristig in Solingen aufgenommene und bereits registrierte Flüchtlinge in Ohligs einzuquartieren. Diese Menschen, die in der Verantwortung des Rathauses stehen, müssen separat untergebracht werden, weswegen die Verwaltung heute im Finanzausschuss den Bau spezieller Holzhäuser auf den Weg bringen will.

Das DRK bereitet sich derweil auf die Ankunft der neuen Flüchtlinge vor. Unter anderem orderten die Verantwortlichen Heizöl, um die Zelte beheizen zu können. Und jene Mitarbeiter, die zuletzt nur in Bereitschaft standen, wurden aktiviert. In der Phase des Leerstands waren lediglich die Sicherheitskräfte in voller Stärke an der Monhofer Straße im Einsatz.

Quelle: RP
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