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Interview
Stadt ist auf den Winter vorbereitet

Interview: Stadt ist auf den Winter vorbereitet
Alexander Herpich ist bei den Technischen Betrieben Abteilungsleiter für Straßenreinigung und seit sieben Jahren auch mit dem Winterdienst befasst. FOTO: Köhlen, Stephan (TEPH)
Solingen. Alexander Herpich von den Technischen Betrieben Solingen (TBS) sieht die Klingenstadt für einen Wintereinbruch gerüstet. Das Salzlager ist gefüllt. 150 Mitarbeiter stehen ab sofort bereit.

Wie bereiten Sie sich bei den Technischen Betrieben auf Schnee und Eis vor?

16 Fahrzeuge sind für den Winterdienst einsetzbar. FOTO: Tinter / Köhlen

Herpich Zunächst hat am 1. November offiziell die Rufbereitschaft begonnen. Bis dahin - und wenn die Temperaturen mild bleiben natürlich auch darüber hinaus - fahren die Kollegen, die sich später mit um den Winterdienst kümmern, die Kehrmaschinen. Im Rahmen einer großen Rufbereitschaft bei besonders starkem Schneefall haben wir bis zu 150 Angestellte verschiedener Stadtdienste zur Verfügung, darunter die Mitarbeiter der Straßenreinigung und Kollegen des Grünflächenamtes.

Auf wie viele Fahrzeuge können Sie zurückgreifen?

Herpich 16 Fahrzeuge sind grundsätzlich im Winterdienst einsetzbar. Zwölf davon sind umfunktionierte Gefährte, die für andere Zwecke auch in den Sommermonaten genutzt werden. Vier weitere Fahrzeuge stehen immer auf unserem Gelände. Mit ihnen rücken die Fahrer im Falle einer übergeordneten Rufbereitschaft sofort aus, um innerhalb von drei bis vier Stunden gemeinsam mit zehn Handreinigern bedeutende Verkehrswege freizulegen.

Was sind diese Wege ?

Herpich Zunächst gehören dazu die unmittelbaren Anfahrtswege zu Krankenhäusern, Altenheimen oder Schulen und die Busstrecken. Es gibt eine Route, die der Einsatzleiter morgens zwischen 3 und 4 Uhr abfährt. Dann wird entschieden, was zu tun ist. Die Räum- und Streufahrzeuge sind in der Zeitspanne von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr im Einsatz.

Wie informieren sich die Technischen Betriebe über die erwartete Witterung ?

Herpich Der Deutsche Wetterdienst hat eine Station auf unserem Gelände. Zudem arbeiten wir auch mit zwei anderen Wetterdiensten zusammen.

Wie sieht es im Salzlager der Stadt aus ?

Herpich Das ist mit 1400 Tonnen randvoll. Dazu kommen noch Ersatzstreustoffe. Außerdem haben wir zur Not die Möglichkeit, weitere Ressourcen kurzfristig zu beziehen.

Wie viel Salz werden an einem "normalen" Schneetag benötigt ?

Herpich Da kommen etwa 40 Tonnen bei einem Durchlauf auf 190 Straßenkilometern zusammen.

Wie fällt Ihre Bilanz des letzten Winters aus ? Gefühlt ist es nach dem Extremwinter 2010 / 11 ja eher ruhig zugegangen . . .

Herpich Im vorigen Winter hat es mehr zu tun gegeben, als manch einer glaubt. Wir hatten 28 Einsätze gegenüber vier im vorangegangenen Winter. Aber vielfach schneite es erst nach dem Berufsverkehr oder an den Wochenenden.

Eine weniger leicht erkennbare Gefahr ist die Eisglätte. Wie kann der Winterdienst die gefrorenen Stellen ausfindig machen ?

Herpich Mit sehr viel Erfahrung und Feingefühl. Die Mitarbeiter kennen ihr Stadtgebiet sehr gut, weil sie dort auch im Sommer im Einsatz sind. Viele problematische Stellen sind bekannt, zum Beispiel in einer Senke an der Platzhofstraße, in der der Boden schnell gefriert.

ALEXANDER RIEDEL FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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