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Solingen
Stadt lehnt Erhalt des alten Bunkers vor dem Theater ab

Solingen. In der Verwaltung gibt es keine Sympathien dafür, den erst vor kurzen entdeckten Luftschutzbunker an der Konrad-Adenauer-Straße vor dem Abriss zu bewahren. Eine notwendige Sanierung käme deutlich teurer als ein Abriss, stellte die Stadt gestern klar - und erteilte so Überlegungen, den Bunker zu einer Gedenkstätte für die Bombenopfer des Zweiten Weltkrieges zu machen, eine deutliche Absage.

So sei die historische Substanz des Bunkers, der als Luftschutzraum für die 1957 abgebrannte Stadthalle diente, bereits beim Bau des heutigen Theater und Konzerthauses in den frühen 60er Jahren in wichtigen Teilen zerstört worden, hieß es aus dem Rathaus. Beispielsweise hätten die Bauarbeiter seinerzeit den Zugang überbaut. Und auch eine Belüftungsanlage sowie die Stromversorgung existierten nicht mehr, so dass diese im Falle einer Neunutzung zunächst kostspielig wiederhergestellt werden müssten. "Im Grunde entstünde ein neues Gebäude, dessen Bau und Unterhaltung sicherlich erheblich mehr Geld verschlingen würde als der Abriss des in Ziegelbauweise errichteten Schutzraums", teilte die Stadt mit. Zwischenzeitlich wurden durch die Technischen Betriebe bereits Angebote für eine fachgerechte Beseitigung des Bunkers eingeholt. Die Kosten hierfür dürften sich laut Verwaltung auf eine "niedrige fünfstellige Summe" belaufen.

Gleichwohl steht die Stadt einem Ort des Gedenkens für die Bombenopfer offen gegenüber. Möglich sei es, nach einem geeigneten Platz zu suchen, der eine Dauerausstellung beherbergen könne, sagte ein Sprecher. Während des Zweiten Weltkriegs waren viele Solinger bei alliierten Luftangriffen ums Leben gekommen. Allein bei den Angriffen vom 4. und 5. November 1944 starben rund 1800 Menschen.

(or)
 
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