| 00.00 Uhr

Solingen
Stadt nutzt Sporthallen als Unterkünfte

Solingen: Stadt nutzt Sporthallen als Unterkünfte
FOTO: Köhlen (Archiv)
Solingen. Stadtverwaltung und Sportbund informierten Vereine und Schulen über die Unterbringung von Flüchtlingen in Sporthallen. Kurzfristige Zuweisungen von Flüchtlingen in Amtshilfe für das Land machen diesen Schritt notwendig. Von Benjamin Dresen

Zur Unterbringung von Flüchtlingen setzt die Verwaltung mittlerweile auch städtische Turnhallen ein. Grund ist die immer wieder kurzfristig zu leistende und nicht planbare Amtshilfe für das Land Nordrhein-Westfalen, das die Stadt anweist, Flüchtlingskontingente zu übernehmen. Am Mittwochabend informierten Stadt und Solinger Sportbund die Vertreter der Sportvereine und Schulen über die Hintergründe und die Perspektiven für den Sport.

Insbesondere seit dem massiven Anstieg der Flüchtlingszahlen in den vergangenen Wochen sind kreative Lösungen gefragt. 120 Flüchtlinge pro Woche muss die Stadt mittlerweile unterbringen, wie Jürgen Albermann, Leiter des Stadtdienst Soziales, informierte. In Amtshilfe für das Land hat die Stadt fast 500 Personen in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht. Er betonte ausdrücklich: "Turnhallen waren nicht unsere ersten Einfälle". Die Nutzungen von Turnhallen, die damit dem Schul- und Vereinssport entzogen sind, seien "Notmaßnahmen". Parallel werden auch 50 größere, der Stadt angebotene Gewerbeobjekte auf ihre Tauglichkeit überprüft. Diese sind jedoch häufig nicht beheizt oder in baulich schlechtem Zustand. Auch stillgelegte Bäder hätten bei der Nutzung Vorrang. "Wir haben keine Lust, den Sport in Solingen kaputt zu machen", so Albermann.

NRW: Kosten für Flüchtlinge: Die wichtigsten Antworten

Bislang nutzt die Stadt die großen Sporthallen Schwertstraße, Krahenhöhe und das Schulgebäude Zweigstraße nebst Turnhalle zur Unterbringung, in denen möglichst viele Personen Platz finden. Mit den Hallen Yorkstraße und Altenhofer Straße hat die Stadt bereits zwei weitere Hallen benannt, die bei Bedarf zum Einsatz kommen.

In den Sportarten Basketball, Handball und Badminton will Schulten den Meisterschaftsbetrieb sicherstellen. Deshalb scheidet aus seiner Sicht die Sporthalle des Humboldtgymnasiums für die Unterbringung von Flüchtlingen aus. Fußballmannschaften sollten sich darauf einstellen, im Winter in den Hallen weder trainieren noch Turniere spielen zu können.

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: RP

Es sei schwierig, alternative Hallen für den Trainingsbetrieb zu finden, da die übrigen Hallen bereits eng belegt sind, sagte Horst Schulten, Leiter des Stadtdienstes Sport. "Wir bitten Sie, zusammenzurücken, bis sich die Situation wieder entspannt." Wann dies der Fall sei, könne aber niemand seriös beantworten.

Der Solinger Sportbund ermutigte die Vereine, sich für Flüchtlinge zu öffnen und Angebote bereitzustellen, um Möglichkeiten für Integration und Spracherwerb und Alternativen zum Alltag in den Unterkünften zu schaffen. "Übungsleiter, Kapazitäten und Ideen werden gebraucht", gab der Sportbund-Vorsitzende Hartmut Lemmer den Vereinsvertretern mit auf den Weg.

Was ist was - Begriffe zum Thema Flüchtlingsunterkünfte
Quelle: RP
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.