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Solingen
Stadt Solingen sagt "anatomische Ausstellung" ab

Solingen. Die für den Zeitraum vom 17. bis 26. November geplante "anatomische Ausstellung" am Weyersberg kann doch nicht stattfinden. Wie die Stadt Solingen gestern mitteilte, wurde die Schau, die bereits auf Plakaten angekündigt wurde, jetzt abgesagt.

Ursprünglich war vonseiten des Veranstalters vorgesehen gewesen, rund 200 Exponate zu zeigen, die von plastinierten Leichen stammen. Unter dem Titel "Echte Körper - von den Toten lernen" geben die Ausstellungsmacher vor, unter anderem auch pädagogischen Anforderungen Rechnung tragen zu wollen. Dennoch ist die Schau umstritten. So wurde das Zeigen der Leichen in einigen Städten schon untersagt. Andere Kommunen hatten wiederum keine Einwände und ließen die Ausstellung zu.

In Solingen sollte die Schau am Weyersberg zunächst ebenfalls genehmigt werden. Jetzt aber sahen sich die Verantwortlichen im Rathaus gezwungen, die sprichwörtliche Reißleine zu ziehen. "Wie die Bädergesellschaft als Vermieterin des Platzes mitteilt, ist der Veranstalter im Vorfeld seinen vertraglich zugesicherten Verpflichtungen nicht nachgekommen", hieß es am Montag aus der Stadtverwaltung. Und zudem, so die Stadt, habe auch noch keine Genehmigung des Stadtdienstes Ordnung in der Angelegenheit vorgelegen.

Vor zweieinhalb Jahren hatte die Wanderausstellung bereits einmal in der Region, nämlich in Remscheid, Halt gemacht. Seinerzeit war vor allem aus kirchlichen Kreisen Kritik an der Schau laut geworden. So hatte zum Beispiel die evangelische Kirche moniert, allein schon der Titel "Echte Körper" erwecke den Eindruck, Menschen seien wie Material, das begafft werden könne. Der Körper sei indes nie von der Seele eines Menschen zu trennen.

(or)
 
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