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Solingen
Stadt will 24-Stunden-Ordnungsdienst

Solingen. Das Rathaus plant, die Zahl der Ordnungskräfte auf 16 aufzustocken. Die Beamten sollen rund um die Uhr im Einsatz sein und mit der Polizei kooperieren. Sie haben alle Rechte, dürfen nur keine Waffen tragen. Die Polizei begrüßt die Initiative. Von Martin Oberpriller

Der schnellste Weg zur Polizei führt zukünftig über das Internet. Seit gestern ist auf der Onlineseite der Stadt nämlich eine Karte von Solingen freigeschaltet, mit deren Hilfe Bürger in Bruchteilen von Sekunden alle Kontaktdaten der 17 Bezirksbeamten der Polizei in ihrem Stadtteil - inklusive Telefonnummer sowie E-Mail-Adresse - zu sehen bekommen.

Dabei soll das Verhältnis zwischen den Sicherheitskräften und den Solingern aber nicht allein virtueller Natur bleiben. Im Gegenteil: Geht es nach Stadt und Polizei, wird der Online-Stadtplan nur den Auftakt zu einer in großen Teilen modernisierten Sicherheitsarchitektur darstellen. Egal, ob es sich um Prävention, Ordnungspartnerschaften oder zeitgemäße Technik handelt - die Verwaltung will mit einem eigens erarbeiteten Sicherheitskonzept, das heute Thema im Rat sein wird, neue Wege gehen. Und auch gemeinsame Streifen von Polizisten sowie Mitarbeitern des Ordnungsamtes sollen in Zukunft zum Alltagsbild auf den Solinger Straßen gehören.

Das haben Ordnungs- und Rechtsdezernent Jan Welzel (CDU) sowie Robert Hall, Leiter der Polizeiinspektion Solingen, jetzt noch einmal bekräftigt. "Wir wollen ein Signal des Aufbruchs", sagte Dezernent Welzel bei der gemeinsamen Vorstellung der neuen Internet-Karte am Mittwoch im Rathaus, während Polizeichef Hall die städtischen Pläne ausdrücklich lobte. Die Polizei jedenfalls begrüße die Bemühungen der Stadt, in die Sicherheit zu investieren, betonte Robert Hall.

So ist seitens der Verwaltung unter anderem vorgesehen, den städtischen Ordnungsdienst von derzeit zwei Beamten auf 16 Kräfte aufzustocken. Was wiederum zur Folge hätte, dass das Ordnungsamt fortan rund um die Uhr im Einsatz sein könnte und die Streifengänge zusammen mit der Polizei weit häufiger möglich wären, wie Jan Welzel erklärte.

Gleichwohl stehen hinter dem Konzept aber auch noch einige Fragezeichen. Denn zum einen müsste die Politik zunächst einmal Grünes Licht geben. Und zum anderen zöge sich die Einstellung und Ausbildung der neuen Mitarbeiter einige Zeit hin.

"Wir reden in diesem Zusammenhang über einen Prozess von sicherlich zwei bis drei Jahren", stellte der Rechtsdezernent klar, der zudem unterstrich, nun seien zunächst einmal die im Stadtrat vertretenen Fraktionen an der Reihe. "Fest steht, dass das von uns vorgelegte Sicherheitskonzept Geld kostet. Dies gilt es, in der Politik abzuwägen", sagte Welzel.

So rechnet das Rathaus mit Mehrkosten von knapp einer Million Euro jährlich. Beispielsweise wäre es notwendig, die neuen Sicherheitskräfte ausgiebig zu schulen, da diese - bis auf das Tragen von Waffen - alle Rechte hätten, die einem Polizisten zukommen. Auch darum bot Inspektionsleiter Hall gestern die Unterstützung vonseiten der Polizei an. Gleichzeitig hob Solingens oberster Polizist hervor, mit einem Ausbau der Stellen bei der Stadt sei keineswegs eine Reduzierung bei seinen Leuten verbunden. Einen Hinweis, den Jan Welzel aufnahm. "Es geht darum, dass wir für die Sicherheit der Bürger kooperieren", sagte der Dezernent.

Quelle: RP
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