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Solingen
Stadt will Katastrophen-App bekannter machen

Solingen. Beim Chemieunfall im Müllheizkraftwerk kam "Nina" erstmals zum Einsatz und warnte per Handy. Von Martin Oberpriller

Ihre erste große Bewährungsprobe hatte sie vor gut zwei Monaten. Als Anfang Juni bei einem Chemieunfall auf dem Gelände des Müllheizkraftwerks neun Menschen verletzt wurden und der gefährliche Stoff Calciumhydroxid zwischenzeitlich in die Umgebung zu entweichen drohte, wurden die betroffenen Anwohner nicht allein mit Sirenen gewarnt. Auf vielen Smartphones schlug seinerzeit auch die neue Warn-App "Nina" Alarm - und tat dies zur vollen Zufriedenheit der Katastrophenschützer im Solinger Rathaus.

"Das hat gut funktioniert", zog ein Sprecher der Stadt jetzt noch einmal ein positives Fazit der seinerzeitigen "Feuertaufe" für "Nina". Aus diesem Grund will die Verwaltung die App, die im Notfall Leben retten kann, in Zukunft bei den Bürgern noch bekannter machen.

Das Ziel ist es, dass möglichst viele Solinger "Nina" auf ihrem Handy installieren. Man werde demnächst eine Informationskampagne starten, hieß es dementsprechend aus dem Rathaus, wo sich die Verantwortlichen bereits vor einiger Zeit für "Nina" entschieden - und gegen die Konkurrenz-App "Katwarn", die ebenfalls vor drohenden Gefahren warnt.

Die "Notfall-Informations-und-Nachrichten-App", kurz "Nina", bietet durchaus einige Vorzüge. So verfügt das System über ein geschütztes Netzwerk, mit dem verhindert werden soll, dass es in Katastrophenfällen - wie jüngst bei "Katwarn" beim Amoklauf von Münschen geschehen - zu einer Überlastung kommt, weil zu viele Nutzer gleichzeitig auf die App zugreifen. Darüber hinaus hält "Nina" aber auch Informationen und Tipps bereit, wie sich die Menschen bei Feuer, Hochwasser oder Unwetter am besten verhalten.

Aus Sicht der Stadt Solingen sind dies gute Argumente für die Bürger, die kostenfreie App auf das eigene Smartphone herunterzuladen. Tatsächlich arbeitet in Nordrhein-Westfalen die Mehrzahl der Städte und Gemeinden mit "Nina" und senden in Unglücks- oder Katastrophenfällen sogenannte Push-Meldungen auf die Handys der angemeldeten User.

Quelle: RP
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