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Solingen
Stadt will muslimische Bestattungen erleichtern

Solingen. Auf einer größeren Fläche auf dem Parkfriedhof in Gräfrath könnten 200 Gräber angelegt werden. Von Martin Oberpriller

In Solingen leben mehrere tausend Menschen muslimischen Glaubens. Viele dieser Bürger sind schon seit Jahrzehnten in der Klingenstadt zuhause, was dazu führt, dass sich immer mehr Muslime wünschen, in der neuen Heimat auch ihre letzte Ruhe zu finden. Deshalb will die Stadt auf ihren Friedhöfen nun zusätzliche Flächen für muslimische Gräber schaffen.

Das geht aus einer Vorlage der Verwaltung für die nächste Sitzung des Zuwanderer- und Integrationsrates am folgenden Montag, 24. Oktober, hervor. Demnach kommt für zukünftige Beisetzungen nach muslimischen Riten vor allem ein Areal innerhalb des Parkfriedhofs an der Wuppertaler Straße in Gräfrath in Frage. Dort verfüge die Stadt nämlich über eine größere Fläche mit noch unberührtem Boden, auf dem schätzungsweise 200 Bestattungen stattfinden könnten, heißt es in der Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage aus einer vorherigen Sitzung des Zuwanderer- und Integrationsrates.

In dem Papier verweisen die zuständigen Beamten im Rathaus zudem darauf, dass auf dem Parkfriedhof ein Raum bestehe, "der für Waschungen und rituelle Gebete genutzt werden könnte" - wobei dieser Waschraum nach dem jetzigen Stand der Planungen ab Mitte nächsten Jahres zur Verfügung stünde.

Tatsächlich besteht bereits seit längerer Zeit innerhalb der muslimischen Minderheit in Solingen der Wunsch nach geeigneten Beisetzungsmöglichkeiten. So wurden seit 2011 auf dem Parkfriedhof insgesamt elf islamische Bestattungen vorgenommen, darunter vier für Kinder.

Und vor zwei Jahren bildete sich zudem aus Vertretern der Stadt sowie verschiedener muslimischer Gemeinden eine Arbeitsgemeinschaft, um Fragen rund um das Thema zielgerichtet angehen zu können. Anlass war seinerzeit ein Anliegen des Islamischen Zentrums Solingen gewesen, auf dem Waldfriedhof am Hermann-Löns-Weg einen befestigten Weg zu dem dort bereits befindlichen Gräberfeld für Muslime anzulegen. Diese Zuwegung befindet sich laut Stadt inzwischen im Stadium der Planung. Darüber hinaus will die Verwaltung nun eine mehrsprachige Broschüre zum Thema islamische Bestattungen erstellen, in der alle relevanten Informationen zusammengefasst werden sollen. Der Stadtdienst Integration ist dabei offen für Anregungen.

Quelle: RP
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