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Solingen
Stadt: Zweikampf um Personalrat
Solingen. 2800 Bedienstete der Stadt wählen heute einen neuen Personalrat. Auf einem etwa fünfminütigen Werbevideo auf der Internetseite der Komba-Gewerkschaft ziehen Gewerkschaftler symbolisch an einem Strang einen Bus der Verkehrsbetreibe vor das Rathaus. "Schluss mit dem Schmusekurs!", fordert hingegen die Gewerkschaft Verdi in einem Werbeschreiben an die Stadtbeschäftigten. Komba gegen Verdi, Kohnke gegen Hedtfeld – so lautet die Paarung bei der Personalratswahl in der Stadtverwaltung. Von Bernd Bussang

Verdi-Spitzenkandidat Uwe Hedtfeld und sein Kontrahent von der Komba, Erwin Kohnke, wollen beide Chef des neuen Personalrats werden. Ob das gelingt, hängt vom Wahlausgang des um zwei Sitze verkleinerten, nun 15-köpfigen Personalrats ab. Mehrheitsbeschaffer könnte neben der Gewerkschaft Öffentliche Dienste und Dienstleistungen (GDÖ) – sie hatte bisher einen Sitz – die erst kürzlich neugegründete Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) sein (zwei Sitze). Sie hatte sich bereits vor der Wahl 2008 aus der Komba gelöst, um die speziellen Interessen der rund 200 Feuerwehrmänner zu vertreten, die unter den 700 Beamten eine starke Gruppe repräsentieren. Auf eine Wahlzusage für einen der beiden aussichtsreichen Spitzenkandidaten der großen Gewerkschaften will sich Galogero Vinciguerra, zweiter Mann auf der Liste der Feuerwehrgewerkschaft, nicht festlegen. "Wir sind der Komba nahe, aber gleichzeitig auch unabhängig", sagt er. "Nach der Wahl werden wir Gespräche führen."

Neben den Mitarbeitern der Rathausverwaltung, der Feuerwehr, Hausmeistern und Schulsekretärinnen sind etwa auch Erzieherinnen und Kindergärtnerinnen wahlberechtigt. Diese Gruppe spricht Verdi-Mann Hedtfeld besonders an, wenn er etwa einen eigenen Ersatzpool speziell für diese Berufsgruppe fordert. Denn gerade dort sei die Belastung besonders hoch, sagt der Abwassertechniker. Ein Psychologe, der für alle städtischen Mitarbeiter anprechbar wäre, ist eine weitere Forderung von Verdi.

Stellenstreichlisten im Zusammenhang mit dem Haushaltssanierungskonzept, vermehrte "Arbeitsverdichtung" und daraus resulierende Forderungen der Belegschaft sind wichtige Themen auch künftiger Personalratsarbeit. Mit Erwin Kohnke führt die Komba einen Spitzenmann ins Rennen, der als erfahrener Verwaltungsfachmann mit Führungsqualitäten gilt. Der 56-jährige ist langjähriger Leiter des Ratsbüros und hat gute Kontakte zur Politik sowie zur Verwaltungsspitze.

Quelle: RP
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