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Solingen
Stadtdienst spürt "schwarze" Hunde auf

Hundesteuer in NRW
Hundesteuer in NRW FOTO: Christian Mueller / Shutterstock.com
Solingen. Der Stadtdienst Steuern weitet seine Ermittlungstätigkeit aus, um "schwarz" gehaltene Hunde ausfindig zu machen. Im gesamten Stadtgebiet sind täglich zwei Mitarbeiterinnen unterwegs - vor allem dort, wo Hunde in Solingen von ihren Herrchen oder Frauchen gerne ausgeführt werden.

Wenn die Steuermarke, die sichtbar am Tier befestigt sein muss, nicht direkt erkennbar ist, werden die Besitzer angesprochen.

Welthundetag 2015: Sieger Floh zu Besuch in der Redaktion FOTO: Christian Spolders

Hat sich ein Besitzer der Pflicht entzogen, Hundesteuer zu bezahlen, kann es teuer werden: Ab dem Zeitpunkt, zu dem das Tier in den Haushalt aufgenommen worden ist, wird nachversteuert. Dazu droht ein Bußgeld ab 150 Euro aufwärts. Grundsätzlich gilt: Hundehalter haben zwei Wochen Zeit, ihren neuen Vierbeiner anzumelden. In der Vergangenheit hat der Außendienst rund 100 bis 150 nicht angemeldete Hunde wurden in jedem Jahr entdeckt. Mit der Ausweitung des Ermittlungsdienstes soll zusätzliches Geld in den städtischen Haushalt gespült werden. Für 2015 sind 90.000 Euro das Ziel.

Steigen sollen die Einnahmen aber auch durch die Erhöhung der Hundesteuer, die seit Jahresbeginn greift: Sind bisher rund 1,16 Millionen Euro in die Stadtkasse geflossen, sollen es am Ende des Jahres rund 1,4 Millionen Euro sein. Der jährliche Steuersatz beträgt bei einem Hund 151,20 Euro, bei zwei Hunden 174 Euro pro Tier, und bei drei Hunden werden jeweils 192 Euro fällig. Rund 9130 angemeldete Hunde leben derzeit in Solingen.

Welthundetag 2015: die Hunde-Bilder unserer Leser, Teil 9 FOTO: RPO/Stefanie Wein

Der Kritik vieler Hundebesitzer, sie erhielten keine Gegenleistung für ihre Zahlung, hält Kurt Tschirge, Leiter des Stadtdienstes Steuern, entgegen: "Für Steuern gibt es keine Gegenleistung. Sie dienen grundsätzlich der Finanzierung des Haushaltes". Erhoben werden dürfen sie jedoch nur dort, wo auch Kontrolle möglich ist - und das sei bei der Hundesteuer gegeben. Vor allem, weil immer mehr Menschen einen Hund halten, ist die Hundesteuer längst von einer "Bagatellsteuer" zur guten städtischen Einnahmequelle geworden - nicht nur in Solingen. Ursprünglich eingeführt wurde die Aufwandsteuer unter anderem, da davon ausgegangen wurde, dass diejenigen, die den Unterhalt für einen Hund aufbringen können, auch in der Lage sind, eine weitere Steuerlast zu tragen.

Diese Rechnung geht heute nicht immer auf. Deshalb gelten in Solingen auch eine Reihe von Ausnahmen, nach denen die Hundesteuer ermäßigt oder sogar eine Befreiung ausgesprochen wird.

Welthundetag 2015: die Hunde-Bilder unserer Leser, Teil 7 FOTO: RPO/Alessandra Carrozzo
(red)
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