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Kottentag
Balkhauser Kotten lebt vom Ehrenamt

Solingen. Aus dem Inneren des Fachwerkhauses drang Applaus ins Freie, nachdem eine der zahlreichen Führungen durch den Schleifkotten zu Ende gegangen war. Draußen ließen sich die Gäste auf Bänken nieder, genossen bei einer Kottenbutter oder Reibekuchen den Blick auf die Wupper, die sich ihren Weg durch die bewaldeten Hügel bahnt. "Dieser Ort hat manchmal etwas Mystisches", befand Besucherin Silke Höttges. "Schon früher bin ich hier oft vorbeigekommen, weil eine Freundin in der Nähe wohnte."

Der Balkhauser Kottentag lockte viele Solinger zum alten Schleifkotten, dessen Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Für die musikalische Untermalung sorgten die Sängerin und Gitarristin Teneja und ihr Duettpartner Frank H.

Organisiert hatten das Fest einmal mehr die Mitglieder des Kuratoriums Balkhauser Kotten, die sich ehrenamtlich um den Erhalt der Anlage und des Museumsbetriebes kümmern. Alle Einnahmen des Balkhauser Kottentags kamen ausschließlich diesen Zwecken zugute. Neben süßen und herzhaften Speisen und Getränken, aber auch selbst hergestellter Marmelade, die die Gäste mit nach Hause nahmen, verkauften die Freunde und Förderer des Industriedenkmals wie an allen Öffnungstagen Messer mit dem Logo des Schleifkottens. "Vor allem die Buckelsmesser laufen wie geschmiert", freute sich Heinrich Lorsbach, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums. Im Frühjahr war der neue Verkaufsstand für die hochwertigen Schneidwaren fertig gestellt worden.Über einen Mangel an Arbeit können sich die Betreiber des Kottens wahrlich nicht beklagen: Im Inneren des Museums sollen zum Beispiel neue Schautafeln errichtet werden. "Wir wollen den Besuchern noch mehr interessante technische Infos liefern", berichtete Heinz-Peter Knoop, der ebenfalls als Stellvertreter der Vereinsvorsitzenden Nicole Molinari dem Vorstand angehört. Ein wichtiges Bauvorhaben ist die neue Brücke zum Gelände des Kottens. "Die Planungen sind abgeschlossen, wir hoffen, dass sie bis zum Spätherbst fertig ist", sagte Heinrich Lorsbach. Notwendig wurde die Maßnahme der Stadt, weil eine Prüfung der alten Brücke fehlende Belastbarkeit bescheinigte.

"Es gibt einiges zu tun", fasste Lorsbach zusammen. Umso wichtiger ist bei vielen Arbeiten rund um das historische Bauwerk die Unterstützung ehrenamtlicher Helfer. "Es gibt viele Menschen, die den Kotten schön finden, hier auf dem Spaziergang gern eine Pause machen, aber es müssten sich noch mehr Leute aktiv beteiligen", sagte Oliver Buchta, der selbst viel Freizeit in Tätigkeiten an der Anlage investiert - unter anderem in die regelmäßige Reinigung des Grabens vor dem Grundstück, aber auch in die Schreibwerkstatt, die er an jedem 1. Mittwoch im Monat im Kotten anbietet. Im kulturellen Einsatz für das Museum ist auch Besucherin Silke Höttges: Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Menschen zu Gast im Kotten" tritt die gelernte Erzählerin am Samstag, 15. August, ab 19 Uhr vor ihr Publikum im Schleifermuseum. Alexander Riedel

Quelle: RP
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