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Die Gute Tat
Bedürftigen Menschen tatkräftig zur Seite stehen

Solingen. Es ist ein Geschenk zu Weihnachten. Buchstäblich. Der Lionsclub Solingen spendet 11.000 Euro für den Mittagstisch im Sozialdiakonischen Zentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Wald. Bettina Hahmann leitet die Einrichtung, die in dem Stadtteil bei der Unterstützung von Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, eine immer wichtigere Bedeutung bekommt.

Hahmann sowie den Pfarrern Bernd Reinzhagen und Hartmut Schneider überreichte Lionsclub-Activity-Beauftragter Dr. Richard Sonnenschein gestern die Spende im Walder Stadtsaal im Rahmen der Hilfsaktion "Ein Teil mehr". Ein Team aus ehrenamtlichen Helfern ermöglichte wieder eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier der Kirchengemeinde für Bedürftige mit über 100 Gästen, darunter ebenso Jugendliche.

Walder Bürger waren auch in diesem Jahr aufgerufen, beim Einkaufen im Supermarkt ein Teil mehr in den Einkaufswagen zu legen - und dies dann der Kirchengemeinde zum Verteilen zu spenden. Wie Pfarrer Schneider mitteilt, unterstützt der Lionsclub Solingen seit vielen Jahren schon "die so dringend notwendige Arbeit mit und für die Armen in unserer Gesellschaft". Ganz besonders erfreulich sei, dass dieser in diesem Jahr die stolze Summe von 11.000 Euro zur Verfügung stelle.

Neben dem Angebot, zwei Mal wöchentlich eine warme Mahlzeit anbieten zu können, wird nach Schneiders Worten auch eine intensive Beratungsarbeit möglich gemacht. Der Mittagstisch findet seit geraumer Zeit an jedem Montag und Donnerstag in der Walder Kirche statt. Das Presbyterium entschloss sich zu diesem Ortswechsel, weil es das Gemeindehaus auf der Corinthstraße seit November als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung gestellt hat.

Veränderungen gibt es auch bei der Leitung des Sozialdiakonischen Zentrums: Pfarrer Hartmut Schneider hat diese jetzt in die Hände seines Amtskollegen Bernd Reinzhagen gelegt. Damit gibt er nach 28 Jahren die Zuständigkeit für soziale Fragen in die Verantwortung eines jüngeren Kollegen. Begonnen hatte die Arbeit Ende der 1980er Jahre, als die Situation in den damaligen Notunterkünften am Walder Busch zunehmend als soziales Problem erkannt wurde und die Zahl der obdachlosen Menschen in Solingen gravierend zunahm. Aus anfänglichen Lebensmittelspenden entstand der regelmäßige Mittagstisch für Bedürftige und die Kleiderkammer. Später kamen soziale Beratungstätigkeiten und ein mobiler Mittagstisch dazu. Altersarmut wurde als neues gesellschaftliches Problem deutlich, auf das man zu reagieren versuchte, schildert Pfarrer Schneider. In einem sehr kalten Winter wurde sogar die Kirche für viele Wochen als Schlafstätte für Obdachlose genutzt. Mitte der 1990er Jahre lud die Walder Gemeinde Wald schließlich zum runden Tisch Armut ein, um die Arbeit verschiedenster Organisationen in Solingen zu koordinieren. Es sei, so Schneider, viel Gutes entstanden.

Günter Tewes

Quelle: RP
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