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Übernahme
Die einstigen Lehrlinge führen jetzt das Café Kersting weiter

Solingen. Seit 1924 besteht das Café Kersting in der Solinger Innenstadt - und früher wie heute war es Treffpunkt und Kultstätte, ist doch der Caféhaus-Charme früherer Zeiten dort noch gut spürbar. "Die Weiterführung des Traditionsunternehmens ist gesichert", berichten Sandra und Wolfgang Wadulla, die das Café Kersting vor zwei Wochen übernommen haben. Beide hatten beim früheren Betreiber Randolf Puchwein das Konditoren-Handwerk gelernt, kennen, wie sie schildern, den Betrieb und seine Abläufe von innen.

"Schön, dass die Tradition fortgeführt wird", sagt Ute Puchwein, die auch weiterhin im Café Kesting mitarbeitet. Nach dem Tod ihres Mannes vor kurzem, mit dem sie das Café 23 Jahre führte, hat sie den Betrieb in neue Hände gelegt. "Wir haben ein gut geführtes Café übernommen", erklärt Marius Mansfeld, Geschäftsführer des Café Kersting an der Kölner Straße.

Mehr als 90 Jahre ist es her, dass Adolf Kersting seine Konditorei auf der Kölner Straße in der Innenstadt eröffnete. Im November 1944 ausgebombt, konnte der Betrieb zwei Jahre später in der Peter-Knecht- Straße weitergeführt werden, bis 1952 der Neubau an der Kölner Straße 92 stand. Im selben Jahr übernahmen Konditormeister Vitus Kersting und Ehefrau Anne den Betrieb und das Gebäude.

1972, weil die Familie Kersting aus Gesundheits- und Altersgründen kürzertreten wollte, lag es nahe, dass der seit mehr als zwölf Jahre vertraute Backstubenleiter Ralf Puchwein - Sohn von Konrad Puchwein, Wiener Zuckerbäckermeister, und seine Frau Anneliese den Betrieb übernahmen. 1992 übergab Ralf Puchwein das Geschäft schließlich an seinem Sohn Randolf und Ehefrau Ute, beide auch Konditormeister.

Bei ihnen starteten im Jahr 1998 Sebastian Wadulla sowie ein Jahr danach seine spätere Frau Sandra ihre Konditoren-Lehren. Während sie im Café Kersting übernommen wurde, bildete sich Sebastian Wadulla weiter, erreichte den Meistertitel und arbeitete als Patissier im Düsseldorfer "Hilton Hotel". Vor zehn Jahren übernahmen Wadullas dann eine Traditionskonditorei im Sauerland. Sie hätten, heißt es, ein erfolgreiches Unternehmen weiter ausgebaut und modernisiert, neue Wege in der Kreation feinster Torten, Gebäck und Pralinen gesucht und sich einen Namen mit ihren Hochzeitstorten und Pralinen gemacht.

Ihr früherer Chef Randolf Puchwein habe sie, so Sandra und Sebastian Wadulla, schließlich als Nachfolger ausgesucht und alles für die Übernahme vorbereitet. "Nach alter Tradition haben wir immer den Schwerpunkt auf die feine Konditorei, die Confiserie und Caféhaus-Kultur gelegt. Aber auch Bewährtes nach alten Familienrezepten - wie der berühmte Kirsch-Plunder und die Pfannkuchen - wird es weiter geben."

GÜNTER TEWES

Quelle: RP
 
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