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"Ist das möglich ?"
Humboldt-Kulturnacht lieferte Erstaunliches für Jung und Alt

Solingen. Umringt von Jugendlichen und ihren Eltern bahnte sich der kleine Roboter beharrlich den Weg durch das Labyrinth - und gelangte letztlich ans Ziel, auf einen roten Teppich. Anschließend kehrte er - offenbar die Nähe zum Abgrund erkennend - wieder um. Das alles ganz allein, ohne Fernsteuerung. "Wir haben ihn mit Berührungssensoren ausgestattet, die dafür sorgen, dass er mit der Außenwelt kommunizieren und die rote Farbe erkennen kann", erklärte Schülerin Chiara (16) stellvertretend für ihre Kollegen von der Roboter-AG des Humboldtgymnasiums. Ihr gehören auch Hendrik (16) und Mika (15) an, die wenige Meter neben dem Labyrinth ihre selbstgebaute elektrische Hand demonstrierten.

"Ist das möglich?" lautete das Motto der sechsten Humboldt-Kulturnacht im LVR-Industriemuseum. Damit griff die Schule als langjähriger Kooperationspartner der Gesenkschmiede Hendrichs einmal mehr das Thema der aktuellen Sonderausstellung im Museum an der Merscheider Straße auf. "Die Veranstaltung ist für uns eine sehr gute Möglichkeit, uns außerschulisch zu präsentieren", freute sich der stellvertretende Schulleiter Hartmut Wilharm über das Projekt, das sein Lehrerkollege Alexander Lübeck federführend organisierte.

"Das scheint hier alles sehr vielseitig zu sein", lobte auch Gast Jens Ruthenbeck, dessen zwölfjährige Tochter im Humboldtgymnasium zur Schule geht, und gestand: "Ich bin auch zum ersten Mal hier im Industriemuseum, und muss sagen, das ist eine beeindruckende Kulisse." Und die nutzten die vielen teilnehmenden Schüler, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Im Waschraum etwa verwandelten sie eine Duschkabine mit Hilfe eines Laserpointers und eines Mobiles aus CDs in eine Discohalle. "Das fand ich super", berichtete die sechsjährige Sophia (6), deren Eltern einst auch die Schule in Wald besuchten. "Gleich baue ich an einem Stand ein Spektrometer", kündigte die baldige Grundschülerin an.

Für staunende Gesichter sorgten auch Bühnenpräsentationen wie die Physikshow "Brandmelder vs. Nebelmaschine" oder die Literaturkurs-Aufführung "Wahnsinn", die sich mit den Schattenseiten naturwissenschaftlicher Entdeckungen befasste. In der Werkzeugmacherei wiederum zeigten Schüler der Klima AG ihr Modell eines Vertikal-Windrads. "Wir wollen zeigen, wie man auch im privaten Bereich viel bewirken kann", erklärte Jan Vierkötter (18) aus dem kommenden Abiturjahrgang. Seine jüngeren Kollegen Moritz und Lucas (14) demonstrierten den Gästen derweil ein kleines, von Mitschülern entworfenes Gefährt, das durch das Gewicht einer Ladung Sand in einer umkippenden Schaufel in Bewegung gesetzt wurde. "Wir nehmen in diesem Jahr zum dritten Mal am Wettbewerb freestyle physics von der Uni Duisburg Essen teil", verriet Lucas.

Wer durch den spannende Rundgang hungrig geworden war, konnte sich am Buffet der Mali-AG einen Teller mit selbst zubereiteten Gerichten nach afrikanischen Rezepten zusammenstellen. Lohn der monatelangen Vorbereitung sämtlicher Schülergruppen war ein volles Haus. Darauf hoffen Schüler und Lehrer des Humboldtgymnasiums auch bei ihrem nächsten großen Projekt in der Gesenkschmiede: Nachdem der Schwerpunkt der Beiträge eher auf Naturwissenschaften lag, folgt am Dienstag, 3. Mai ab 18 Uhr die Humboldt-Bühnen-Kulturnacht.

ALEXANDER RIEDEL

Quelle: RP
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