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Botanischer Garten
Imker werben für die Biene

Solingen. Immer wieder gehen erschreckende Meldungen über sterbende Bienen um - sei es durch Krankheiten oder Chemikalien. Um auf die wichtige Arbeit der Bienen aufmerksam zu machen, organisiert der Solinger Imkerverein jedes Jahr einen Imkertag im Botanischen Garten.

"Wir wollen Werbung für die Bienen machen", betonte der Vorsitzende des Imkervereins Kai Kunicke während des 11. Imkertags am Sonntag. "Wir rufen die Leute auf, werdet Imker, stellt euch ein oder zwei Bienenvölkchen in den Garten." Denn ohne Bienen gibt es keine Früchte. Glücklicherweise entdecken immer mehr Menschen ihre Liebe zu den emsigen Insekten. Über 50 Mitglieder hat der Imkerverein Solingen derzeit, wobei ihm eins überhaupt keine Sorgen bereitet - die Frauenquote. "Wir haben eine Frauenquote von 30 Prozent", freut sich Kunicke. Das liege daran, dass immer mehr junge Leute ihren Spaß an der Imkerei entdeckten. Auch bei diesem Hobby gibt es also Veränderungen. So ist ein Umzug vieler Imker in die Städte zu beobachten, denn inzwischen hat sich herausgestellt, dass Stadthonig nicht so stark von Schadstoffen belastet ist als Honig, der auf dem Land produziert wurde.

"Auf allen öffentlichen Plätzen dürfen schon lange keine Pestizide mehr eingesetzt werden", weiß Matthias Nitsche, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Botanischer Garten. Außerdem finden die Bienen in den Städten vielfach mehr Nahrung als auf dem Land, da auf den Wiesen und Feldern inzwischen nahezu alle Kräuter und Wildblumen ausgerottet wurden. "Ich hatte einen wunderschönen Platz für meine Bienen in Witzhelden", erzählt Kunicke, "aber dort sind mir die Bienen verhungert." Lange Zeit hatte der Imkerverein Bienen auf dem Theaterdach platziert. "Die Pollenanalyse hat gezeigt, dass die Bienen auch viel im Botanischen Garten unterwegs waren", sagt Kai Kunicke. Bis über drei Kilometer weit entfernen sich die Bienen von ihrem Stock.

Matthias Nitsche freut sich über den Bienenbesuch im Garten: "Jetzt fangen gerade die Dahlien an zu blühen, da können die Bienen etwas Neues entdecken." Eine 20 000 Quadratmeter große Bienenweide am Eickenberg wurde den Imkern von der "Stiftung zum Schutz von Tier und Natur Solingen" zur Verfügung gestellt. "Wir wollen die Synergieeffekte nutzen", erklärt der Stiftungsvorsitzende Gerhard Bahmer. Die Zusammenarbeit soll noch weiter ausgebaut werden. Ein Bienenvolk konnten sich die Besucher während des Imkertages mal von der Nähe ansehen. Wer einen Platz auf Balkon oder Terrasse hatte, konnte sich eine bienenfreundliche Staude mitnehmen - vielleicht einen Bienenbaum. Nur drei seiner Blüten können nämlich den Magen einer Biene füllen.

(sue)
 
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