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Mildred-Scheel-Berufskolleg
Lebhafte Diskussion mit dem Mann aus Berlin

Solingen. Wenn auch, wie Jürgen Hardt selbstkritisch einräumt, vieles noch im Argen liege, plädierte der bergische Bundestagsabgeordnete gestern vor Schülern des Mildred-Scheel-Berufskollegs keineswegs für weniger, sondern für mehr Europa: Im Alleingang sei die Flüchtlingsfrage nicht zu lösen, gemeinsam mit allen Mitgliedsstaaten dagegen sehr viel besser.

Auf Nachfrage der Jugendlichen aus der Fachoberschule, der Höheren Handelschule sowie der Gymnasialen Oberstufe entwickelte sich im Selbstlernzentrum des Berufskollegs eine lebhafte Diskussion, bei der der Außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion und Koordinator für Transatlantische Zusammenarbeit einen weiten Bogen spannte: von der dramatischen Lage in den Kriegsländern Syrien und Libyen, die Rolle der Terrororganisation IS, dem Fall des Satirikers Böhmermann und der Pressefreiheit in der Türkei, aber auch der Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) bis hin zum Wohnungsmarkt in Solingen angesichts der zahlreichen Schutzsuchenden.

"Europas Rolle in der Flüchtlingspolitik" - das Thema der Diskussion mit Jürgen Hardt ist bei den interessiert fragenden Schülern sehr präsent. "Wir haben drei internationale Förderklassen, mit Schülern hauptsächlich aus Flüchtlingsregionen, die in diversen Projekten im Schulleben integriert sind, zum Beispiel das Anti-Rassismus- oder Theater-Projekt", sagt Lehrerin Julia Stoppel. Sie koordiniert internationale Aktivitäten am Mildred-Scheel-Kolleg. Ein Bereich, der mehr Gewicht bekommen soll. "Wir sind dabei, das internationale Profil am Mildred-Scheel-Berufskolleg zu schärfen."

Anlass für die Diskussion mit dem außenpolitischen Experten aus Berlin ist die Europa-Woche, die bei Schülern das Interesse für Europa wecken beziehungsweise vertiefen soll. Hardts Besuch bildet zugleich einen Ausgangspunkt für die Themenwoche der Fachoberschule des Berufskollegs, in deren Verlauf sich die Schüler kritisch mit dem Thema "Die Werte Europas" auseinandersetzen wollen. Für diese Projektidee wurde der Schule angesichts des Wettbewerbs zur Europawoche ein Preisgeld von 2000 Euro zugesprochen.

Sich ins Schneckenhaus zurückzuziehen, ist nach Hardts Überzeugung jedenfalls keine Antwort auf Herausforderungen in der Europafrage: "Wir müssen den Menschen die Angst vor Veränderung nehmen und dürfen nicht den Eindruck erzeugen, dass alles so bleiben kann."

GÜNTER TEWES

Quelle: RP
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