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Lernzentrum Sinkwitz
Mit dem Fahrrad zum Deutschkurs

Solingen. Die Sprache öffnet viele Türen. Nach diesem Prinzip setzt sich das Lernzentrum Sinkwitz und zahlreiche Mitstreiter für Flüchtlinge ein. Es ist ein Beispiel von vielen, wie die Willkommenskultur in Solingen umgesetzt wird. Seit zwei Monaten führen Lehrer der private Lern- und Nachhilfeschule am Entenpfuhl ehrenamtlich Deutschkurse für Migranten durch.

Mittlerweile finden täglich drei Kurse mit jeweils 15 Teilnehmern für je zwei Zeitstunden statt. Neun Lehrer arbeiten mit den Schülern. "Wir sind sehr vielfältig aufgestellt, und ich freue mich sehr, dass meine Lehrkräfte diese Initiative mit unterstützen, um den Flüchtlingen den ersten Zugang zur deutschen Sprache zu erleichtern", erklärt Wolfgang Sinkwitz, Leiter des Lernzentrums.

Die Schüler sind sehr wissbegierig und erscheinen jetzt regelmäßig zum Unterricht, nachdem Lernzentrum-Büroleiterin Helga Lichtenthäler auf die Idee kam, die Schüler durch die Anschaffung von Fahrrädern mobil zu machen. Solinger folgten dem Spendenaufruf und brachten mehr als 70 Räder. Die Firma Nouvertné war eine der ersten Fahrradspender mit gleich drei Rädern. Die Firma Dornseifer stellte einen Transporter zur Verfügung, so dass ehrenamtliche Lehrer zusammen mit den Schülern die Räder auch bei Solingern abholen konnten. Zudem half ein Merscheider Bürger tatkräftig mit beim Rädertransport. Die Fahrradwerkstatt im Halfeshof bot ebenfalls ihre Hilfe an. Die Fahrräder wurden zusammen mit den Schülern repariert, und beim Willkommensfrühstück im Halfeshof waren die Bergischen Waffeln, die auch morgens schon gut schmeckten, besonders gefragt.

Nun sind die Räder verkehrssicher, teilt Wolfgang Sinkwitz mit.

Er gibt sie freilich erst mit der Verpflichtung heraus, am Deutschkurs verbindlich teilzunehmen. Unterstützung erlebte die Aktion auch bei der Verkehrssicherheit. Die Polizei hat eine erste theoretische Verkehrserziehung durchgeführt mit dem Hinweis, dass der Fahrradhelm in jedem Fall getragen werden sollte.

Klaus Pennekamp und seine Frau Annette Kreß hatten die Idee, einen Regenschutz für die fahrenden Flüchtlinge zu besorgen, sie sammelten im Kollegium, bei Freunden und in der Nachbarschaft Geld. 630 Euro kamen zusammen. Unterstützung kam schließlich ebenso von der Firma Biernath bei der Anschaffung der Helme beziehungsweise des Regenschutzes.

(tws)
 
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