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Literarisch
Poesie und Kulinarisches beim Hexenbrunch - traditionell hausgemacht

Solingen. "Als Deutschlehrerin habe ich auch einen Literaturkurs geleitet. Damals war der Begriff Slam-Poetry allerdings noch nicht bekannt", erzählte Sylvia Löhrmann. Sie sprach am Sonntagmorgen in der Stadtbibliothek an der Mummstraße ein Grußwort zum 17. Literarischen Hexenbrunch, zu dem der Verein Hexenkessel eingeladen hatte.

Löhrmann betonte weiter, dass der Verein und seine Aktivitäten nicht einfach eine Institution, sondern eine "ganz tolle Sache" sei. Auch die Veranstaltung am Sonntag diente als Benefizveranstaltung einem guten Zweck, denn der Verein Hexenkessel unterstützt mit dem Erlös wie immer Frauen in schwierigen Lebenssituationen.

Im 20. Jahr seines Bestehens ist der Literarische Hexenbrunch - neben der Walpurgisnacht am Vorabend zum 1. Mai - schon traditionell. Der Verein wolle vermehrt Jüngere motivieren, sich zu engagieren - der Literarische Hexenbrunch solle auch ein Forum für junge Leute sein, erzählt Dorothee Daun vom Vorstand des Vereins Hexenkessel.

Zwei junge Frauen trugen denn auch in der Stadtbibliothek ihre selbst geschriebenen Texte vor: Marina Dirks - Künstlername "Marinade" - erklärte zunächst den Begriff "Slamer": "Sie schreiben am liebsten über sich selbst", betonte sie, bevor sie ausführlich das Wort "Marinade" definierte. Dieser Text war hintergründig und auch lustig, im Gegensatz zu dem zweiten Vortrag über den "Gutmensch", der nachdenklich stimmte.

Marina Dirks ist 25 Jahre alt, ein echtes Solinger Kind. Sie hat Germanistik und Anglistik in Bonn studiert und arbeitet seit Januar 2014 im Jugendprojektbüro "Jump In", das kürzlich mit dem Agenda-Preis ausgezeichnet wurde. Die zweite Künstlerin des Morgens, die 19-jährige Hatice Sahin, ist Schülerin der Geschwister-Scholl-Gesamtschule und bereitet sich auf ihr Abitur vor. Geboren ist sie in der Türkei. Mit fünf Jahren kam sie nach Solingen.

Mit der Theater-AG vom Projekt "Nicht in meinem Namen" gab es bereits einige Auftritte. Anlässlich eines Workshops schrieb sie ihren ersten Text und merkte nach eigenen Worten, dass ihr das Freude machte. In ihrem Vortrag über Flucht vermeidet sie bewusst das Wort "Flüchtlinge". Sie nennt sie "Schutzsuchende".

Beim Hexenbrunch gab es aber nicht nur Literarisches, sondern auch Kulinarisches in Form eines reichhaltigen Buffets. Ulrich Galden(Gitarre) und Karl Daun (Saxophon) bildeten zudem den musikalischen Rahmen.

(koh)
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