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Die Gute Tat
Schüler verpacken Hilfsgüter für Belynitschi

Die Gute Tat: Schüler verpacken Hilfsgüter für Belynitschi
15 Tonnen an Kleidung und Lebensmitteln wurden gesammelt. FOTO: Köhlen
Solingen. Die Augen waren am frühen Morgen noch etwas klein, die Motivation aber umso größer: Auf der Ladefläche des Lastwagens nahm Schülersprecher Max Püttbach (15) Dutzende Kartons, Säcke und Kisten entgegen, die seine Schulkollegen und andere Helfer ihm anreichten.

Vertreter des Vereins "Kinder von Tschernobyl/ Solinger Hilfe für Minsk" und Schüler des Humboldtgymnasiums hatten sich auf dem Schulgelände getroffen, um rund 15 Tonnen an Hilfsgütern für die weißrussische Stadt zu verladen. Alles, was die Solinger im Verlaufe der letzten zwölf Monate für die Initiative gespendet hatten, hatte in der Zwischenzeit im Keller des Gymnasiums gelagert - wie schon seit etlichen Jahren. "Heute Morgen waren wir außerdem schon in Haan und haben dort Schulmöbel eingepackt", berichtete Christian Butz, Vorsitzender des Vereins. Immer treffe er dabei die gleichen Helfer, die mit Feuereifer bei der Sache seien.

Die Initiative "Kinder von Tschernobyl / Solinger Hilfs für Minsk" hatte sich 1990 gegründet und setzt sich für die von Armut, politischen Umwälzungen und der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl gebeutelte Region ein. Mit Hilfe des Vereins entstand in Belynitschi ein Behindertenzentrum. Zudem unterstützt das Solinger Hilfsprojekt das örtliche Krankenhaus und war in die Planung eines Kinderheims eingebunden. Seit 25 Jahren besucht zudem eine Gruppe von 40 bis 45 Kindern aus Weißrussland regelmäßig im Sommer die Klingenstadt, um bei Gastfamilien unterzukommen und den schwierigen Lebensumständen in ihrer Heimat zu entfliehen. "Es sind über die Jahre hinweg viele Freundschaften entstanden", sagte Butz.

Unter den Hilfsgütern waren auch ganz persönliche Gaben: Weihnachtspakete der Gasteltern für die Kinder, die sie oft mehrfach beherbergt haben. Hilfe leistet der Verein auch individuell: Kinder mit schweren Behinderungen, Immunschwächen oder Geschwulsten konnten durch das Solinger Engagement besser medizinisch versorgt werden.

"Ich sollte so viele Schulkollegen wie möglich ansprechen, ob sie hier mitmachen", berichtete Max Püttbach - und die Resonanz konnte sich sehen lassen. "Es ist gut, so etwas zu unterstützen", sagte der angehende Abiturient Nassim Bouchaib (18). Noch in dieser Woche bricht der Hilfstransport nach Weißrussland auf. Dort wird es voraussichtlich etwa sechs bis acht Wochen dauern, bis die Behörden die Lieferung freigeben. Unterstützung erhält der Verein "Kinder für Tschernobyl" vom Christlichen Hilfswerk Tabea aus der Eifel.

(ied)
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